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Versatel rückt von Privatkunden ab

Kielnet verschwindet Versatel rückt von Privatkunden ab

Die vor knapp zwei Jahren vollzogene Übernahme des Telekommunikationsanbieters Versatel (Düsseldorf) durch den Web-Riesen United Internet (Montabaur) hat nun auch Auswirkungen auf den Standort Kiel und die mehr als 20000 Privatkunden von Kielnet.

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Einer von knapp 50 Versatel-Mitarbeitern in Kiel: Michael Meyer hatte am Donnerstag seinen letzten Tag im Kielnet-Shop in der Fleethörn. Für ihn persönlich geht es am Versatel-Standort Preußerstraße weiter. Ab Freitag firmiert das Unternehmen als 1&1 Versatel.

Quelle: Ulf Dahl

Kiel/Düsseldorf. Mit der Umfirmierung von Versatel auf 1&1 Versatel ab dem heutigen Freitag wird nicht nur der Markenname Kielnet verschwinden, sondern auch der Kielnet-Shop in der Kieler Innenstadt. Damit haben die Kunden des vor 16 Jahren mit großen Ambitionen gestarteten regionalen Telekommunikationsanbieters Kielnet künftig keine persönliche Anlaufstelle mehr.

Als Grund für die Schließung nannte Versatel-Standortleiter Oliver Wasserkordt am Donnerstag zum einen die Vertriebsphilosophie von 1&1, die den Betrieb eigener Shops nicht vorsieht. Zudem sei die Zahl der Kunden, die den Shop in der Fleethörn aufsuchen, „sehr gering“. Eine unerfreuliche Ausnahme gab es Ende Februar/Anfang März, als Probleme bei der Umstellung auf Internettelefonie einen Ansturm ratsuchender Kunden auslösten. Wasserkordt versicherte, der Service sei über die gängigen Kommunikationskanäle weiterhin gewährleistet, auch beim Support durch Techniker werde es keine Einschränkungen geben: „Fakt ist, dass sich für die Kunden praktisch nichts verändern wird.“ Auch für die Mitarbeiter werde weder die Umfirmierung noch die Shop-Schließung spürbare Nachteile haben, sagte Wasserkordt. Die zwei Beschäftigten im Shop würden Stellen im Kieler Versatel-Standort Preußerstraße erhalten. Ein weiterer Personalabbau sei nicht vorgesehen.

Zur Erinnerung: Als die Düsseldorfer Versatel AG Kielnet im September 2012 gegen massive Proteste von Politik und Gewerkschaft von den Stadtwerken Kiel und Freenet übernahm, hatte das Unternehmen knapp 90 Mitarbeiter. Aktuell beschäftigt Versatel in Kiel noch knapp 50 Mitarbeiter. Wasserkordt betonte, Kiel werde als einer von elf Versatel- Standorten in Deutschland weiterhin als Kompetenzzentrum für Glasfaserprojekte eine zentrale Bedeutung behalten. Bundesweit beschäftigt Versatel rund 1000 Mitarbeiter, davon rund 260 in Flensburg, wo Versatel bereits 2002 den Anbieter Komtel übernommen hatte.

Der neue Name 1&1 Versatel markiere „den Startschuss für eine intensivere Zusammenarbeit beider Unternehmen“ heißt es in einer am Donnerstag veröffentlichten Mitteilung des Unternehmens. Für Versatel eröffneten sich über 1&1 weitere Wachstumschancen, während das Unternehmen seine Expertise als Geschäftskunden-Spezialist und Infrastrukturanbieter in die 1&1-Gruppe einbringe. Als Treiber der „Gigabit-Gesellschaft“ werde 1&1 Versatel „den Netzausbau weiter forcieren und in sein Firmenkunden-Segment investieren“.

Das Neugeschäft mit Privatkunden hat Verstal praktisch auf Null zurückgefahren. Auch deshalb ist die Zahl der angeschlossenen Haushalte im Kieler Raum seit Jahren rückläufig. Zu Spitzenzeiten hatte Kielnet mehr als 40000 Kunden und annähernd 100 Beschäftigte.

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Ein Artikel von
Ulrich Metschies
Wirtschaftsredaktion

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