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Partnerstädte: Eine Werkstatt des Friedens

Interaktive Karte Partnerstädte: Eine Werkstatt des Friedens

Insgesamt zehn Partnerstädte und einen Partnerdistrikt stehen an der Seite Kiels. Offiziell entstand die erste Partnerschaft 1964 mit dem französischen Brest. Doch England war hinter den Kulissen viel, viel schneller.

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Seit 1964 gibt es die Partnerschaft zwischen Kiel und Brest: Während einer Sondersitzung der Ratsversammlung unterzeichneten im Ratssaal Oberbürgermeister Hans Müthling (links), Stadtpräsident Hermann Köster (3.v.li.) und der Bürgermeister von Brest, Georges Lombard, (rechts) den Vertrag.

Quelle: Stadtarchiv Kiel

Kiel. Bereits im Winter 1946 entstand die Freundschaftsbeziehung. Der Oberbürgermeister Andreas Gayk verabschiedete damals einen Offizier der britischen Militärregierung im Rathaus. Der ausländische Gast hatte beim Wiederaufbau unserer durch Luftangriffe stark zerstörten Stadt geholfen. Schwer beeindruckt gab Gayk dem Mann aus Coventry einen Brief an den dortigen Lord Mayor mit. Das war der Startschuss. Es folgten ein reger Briefwechsel, Besuche und 1967 dann die Unterzeichnung der offiziellen Städtepartnerschaft. Gayks Ziel: Die Kieler Woche sollte nicht nur Volksfest und Segelereignis sein, sondern auch eine Plattform für Kontakte mit dem Ausland. Er wollte eine Werkstatt des Friedens schaffen und die Völkerverständigung vorantreiben. Noch heute ist das der Motor aller Kieler Partnerschaften. Und noch heute reisen etliche ausländische Gäste der befreundeten Städte immer wieder zur Kieler Woche an.

Kiels Partnerstädte im Überblick

 Dass der Freundeskreis von Kiel im Laufe der Jahre noch weiter wachsen wird, ist nicht ausgeschlossen. Es kann immer sein, dass die Ratsversammlung neue Ideen ins Spiel bringt. Bisher sei aber nichts Konkretes in der Planung, so Henning Stademann, Leiter des Sachbereichs für internationale Beziehungen im Rathaus. Wie man übrigens Partnerstadt wird? Henning Stademann lachend: Rein rational könne man da nicht herangehen. Auslöser seien oft schon bestehende Beziehungen mit Kirchengemeinden oder Schulen. Oder aber auch politische Entscheidungen. So wurde Stralsund von Ostberlin und Bonn vorgeschlagen. Oder Hatay wurde ausgesucht, weil es eine sehr tolerante und multikulturelle Stadt sei. Genau richtig für die Kieler mit türkischen Wurzeln, die mitunter aus politischen Gründen ihre Heimat verlassen haben. „Der Wunsch, der in Kiel hinter jeder Partnerschaft steht, ist aber immer, möglichst viele Teile der Bevölkerung zusammenzubringen“, so Henning Stademann. „Vorurteile und Feindbilder sollen über Bord geworfen werden.“ Nach jedem Besuch sei es faszinierend, dass das tatsächlich funktioniere. „Es ist wunderbar zu sehen, wie die Menschen erkennen, dass wir eigentlich alle gleich ticken. Egal, ob wir in Deutschland, Polen oder Afrika leben.“

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Ein Artikel von
Kristiane Backheuer
Lokalredaktion Kiel/SH

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