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Der Nachwuchs mischt sich ein

Kinder- und Jugendbeirat Der Nachwuchs mischt sich ein

Oberbürgermeister Ulf Kämpfer rief am Mittwoch die jungen Kieler zwischen zwölf und 19 Jahren auf, sich als Kandidaten für den ersten Kinder- und Jugendbeirat zu bewerben. Das neue Gremium der Stadt wird am 20. November von allen Gleichaltrigen gewählt und soll erstmals eine echte Einmischung in die Kommunalpolitik ermöglichen.

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Der neue Beirat soll „keine Quatschbude“ werden, sind sich OB Ulf Kämpfer, Jugenddezernentin Renate Treutel und die Schülerinnen Laura Bertram (rechts) und Leevke Puls einig.

Quelle: Thomas Eisenkrätzer

Kiel. Es soll "keine reine Quatschbude“ werden, so Kämpfer. 16 Mitglieder sollen in dem Kinder- und Jugendbeirat, der kurz „Junger Rat“ genannt wird, mindestens viermal im Jahr zusammenkommen, um ihre Interessen gegenüber Politik und Verwaltung zu vertreten. Dazu werden sie ausgestattet mit einem eigenen Etat in Höhe von 3000 Euro und – das ist komplett neu – mit einem Rede- und Antragsrecht in der Ratsversammlung und in den Fachausschüssen. Und sie müssen angehört, einbezogen und informiert werden, wann immer ihre Interessen in Planungen und Vorhaben der Stadt berührt sind. Dabei gehe es um aktuelle Themen wie das Konzept zur Unterbringung von Flüchtlingsfamilien auf dem ehemaligen MFG-5-Gelände, das Schulessen in den Mensen, die Zusammenlegung von Schulen wie der Tim-Kröger- und der Friedrich-Junge-Schule. Aber auch bei allgemeinen Planungen soll die Jugend mitmischen, bei Bauvorhaben, der Entwicklung von Quartieren, Vergabe von Straßennamen bis hin zu Olympia, zählt Bildungsdezernentin Renate Treutel bei einem Vorgespräch zur Kandidatensuche gestern im Kieler Rathaus auf. Kämpfer erwartet, dass der neue Beirat ähnlich wie der Seniorenbeirat „manchmal der Stachel im Fleisch der Verwaltung“ sein werde. „Wenn wir es uns bequem machen und hinsetzen, pikt es wieder – und genau so stellen wir uns das vor“.

 Die Jugendlichen selbst „wollen von den Erwachsenen ernst genommen werden“. Das erhoffen sich jedenfalls Laura Bertram (16) und Leevke Puls (14), zwei Schülerinnen, die bereits in dem Vorgängergremium, der Kinder- und Jugendkommission, aktiv waren. Während Laura gestern ihre Kandidatur im Kieler Jugendbüro abgegeben hat, kann Leevke weder gewählt werden noch kann sie wählen, denn sie wohnt in Laboe und besitzt damit kein Wahlrecht. Mit Laura haben sich bis gestern drei Kandidaten zur Wahl gestellt. Vorsichtig geschätzt rechnet Treutel mit 100 Kandidaten. Kämpfer gestand, dass er sich selbst „nie und nimmer getraut hätte, für so etwas zu kandidieren – es sei denn, man hätte mir einen Schubs gegeben“. Die Kandidatensuche läuft derzeit über die sozialen Netzwerke wie Facebook und Instagram, vor allem aber über die weiterführenden Schulen. Unter anderem werden die Schüler im Weltkundeunterricht von ihren Lehrern informiert.

 Für die anschließende Wahl werden 16000 junge Kieler im Alter von zwölf bis 19 Jahren per Brief den Stimmzettel erhalten und können vom 16. bis 20. November ihre Stimme abgeben. Wahlurnen stehen dann in Schulen und Jugendtreffs. Zuvor haben die Kandidaten noch die Möglichkeit, auf der Internetseite www.kiel.de/wahlsinn  sich vorzustellen und für Stimmen zu werben. Mit Sicherheit geht es dabei auch um politische Inhalte. Für ihren Wahlkampf hat sich zum Beispiel Laura Bertram schon überlegt, dass „alle Kinder und Jugendlichen einen Treffpunkt und Rückzugsort in ihrem Stadtteil haben sollten“.

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Ein Artikel von
Karen Schwenke
Lokalredaktion Kiel/SH

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