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Sie halten die Klassiker in Ehren

Kinderbücherei am Schützenpark Sie halten die Klassiker in Ehren

Schon seit 1954 stehen die Bücher in der Zastrowstraße in den selben Regalen. Dass es die Bücherei noch gibt, ist den Ehrenamtlern vom Büchereiverein zu verdanken, die den Betrieb übernahmen, als die Stadt Kiel 2006 alle Außenstellen der Zentralbücherei wegen zu hoher Personalkosten schließen wollte.

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Vivien Sitarek von der Kinderbücherei am Schützenpark will Leselust bei Kindern fördern. Sie hat kistenweise Bücher für den Bücherflohmarkt zusammengestellt, auf dem Besucher beim Bücherei-Tag am Sonnabend stöbern können.

Quelle: Sonja Paar

Kiel. Schon seit 1954 stehen die Bücher in der Zastrowstraße in den selben Regalen. Dass es die Bücherei noch gibt, ist den Ehrenamtlern vom Büchereiverein zu verdanken, die den Betrieb übernahmen, als die Stadt Kiel 2006 alle Außenstellen der Zentralbücherei wegen zu hoher Personalkosten schließen wollte. Damals las Vivien Sitarek in der Zeitung einen Artikel, in dem eine Bekannte dazu aufrief, sie durch ehrenamtlichen Betrieb zu retten. „Da habe ich gedacht: Das ist mein Ding!“, erzählt die 46-Jährige, die seit fünf Jahren Vorsitzende des Vereins KiKiBü ist.

Gemeinsam mit 14 Mitstreitern hält sie seit Jahren den Betrieb am Laufen, öffnet zweimal pro Woche die Bücherei, organisiert einmal im Monat einen Bastelnachmittag und alle zwei Monate ein Bilderbuchkino. „Übers Basteln kommen auch einige Kinder zum Lesen“, erzählt sie. Bücher seien für Kinder und Jugendliche besonders wichtige Wegbegleiter. „Kinder entwickeln einen vielfältigeren Wortschatz, die Kreativität wird gefördert, sie entwickeln eigene Ideen“, sagt sie. Nicht zuletzt könnten sie so abtauchen in eine andere Welt, „in der nicht immer alles hektisch, grau oder böse ist.“ Mädchen würden etwas lieber zum Buch greifen als Jungs, hat sie beobachtet. Wichtig sei, dass Eltern das Lesen vorleben und sich auch Zeit zum Vorlesen nehmen. „Es kommen kaum Kinder zu uns, deren Eltern Nichtleser sind.“

Pippi Langstrumpf, Michel, Jim Knopf

Dennoch, die Anmeldezahlen blieben seit Jahren auf gleichem Niveau. Die Bücherei, die einen Teil der Bücher aus Spenden selbst anschafft, geht auch mit der Zeit – wie zum Beispiel mit der Anschaffung von Tiptoi-Büchern, bei denen die Kinder sich mit einem elektronischen Stift Zusatzinformationen vorlesen lassen können. „Wir haben viel darüber diskutiert, ob wir so etwas anschaffen“, erzählt Vivien Sitarek. „Letztendlich haben wir uns dafür entschieden, weil es eben auch Eltern gibt, die nicht so viel Zeit zum Vorlesen haben. Und die Bücher werden uns aus den Händen gerissen.“ Doch auch bei den herkömmlichen Büchern gebe es Trends. Momentan seien „Der kleine Drache Kokosnuss“ und „Das magische Baumhaus“ der Renner. „Aber auch Klassiker wie Pippi Langstrumpf, Michel, Jim Knopf, Bob der Baumeister, Mama Muh und bei den Mädchen Conni sind beliebt.“

Am Sonnabend zieht die KiKiBü – ebenso wie die Stadtteilbüchereien Neumühlen-Dietrichsdorf und Suchsdorf – für einen Tag um in den Sophienhof. Kistenweise Bücherspenden für den großen Bücherflohmarkt stehen im Büro schon zum Abtransport bereit. Für die KiKiBü ist der Bücherei-Tag das Highlight des Jahres. „Es ist ein guter Tag für uns“, sagt Sitarek. „Der Erlös aus dem Bücherflohmarkt wird geteilt, und von dem Geld können wir neue Bücher anschaffen oder Bastelmaterialien kaufen.“ Aufs Basteln werden sich die KiKiBü-Mitarbeiter auch beim Bücherei-Tag konzentrieren. Frühlingsbasteleien stehen auf dem Programm, während Leselern-Helfer der Initiative Mentor den Kindern vorlesen. Am Freitagabend wird aufgebaut. Laut Sitarek auch schon ein guter Zeitpunkt für Leseratten. „Da gehen auch immer schon einige Bücher weg“, sagt sie lachend.

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