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Geordnetes Zocken in der Bücherei

Kindersoftwarepreis Tommi Geordnetes Zocken in der Bücherei

Henry liegt im Sitzsack, den Controller der Playstation 4 in der Hand, „Skylander Superchargers“ auf dem Bildschirm. „Das Spiel macht Spaß, deswegen spiel’ ich es schon zum zweiten Mal“, erzählt der Neunjährige, „nur das Quasseln nervt."

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Von links: Moritz (12), Marten (12), Lasse (10) und Nico (11).

Quelle: Sven Janssen

Kiel. Wenn die Figuren quasseln, kann er nicht weiterspielen. Wie Hunderte andere Kinder in den vergangenen drei Wochen probiert Henry Spiele aus, die für den Kindersoftwarepreis Tommi nominiert sind. Konsolen- und Computerspiele, Apps und elektronisches Spielzeug testen die Sechs- bis Zwölfjährigen auf ihre Spielfähigkeit.

Seit 2011 nimmt die Stadtbücherei an der Spielebewertung teil. „Am Vormittag kamen Schulklassen zu uns und haben die Spiele getestet“, berichtet Kinder- und Jugendbibliothekarin Christin Wulf. Sie leitet die Juryarbeit des Kindersoftwarepreises. Nachdem sie etwas ausprobiert hatten, beurteilten die Kinder die Spielfähigkeit, die Grafik oder die Steuerung – kurz, ob sie Spaß mit dem Spiel hatten. „Die Punkte der Kinder leiten wir dann weiter“, berichtet Christin Wulf.

Kompetenz im Umgang mit Medien

Der Kindersoftwarepreis zeichnet qualitativ hochwertige Spiele und Apps aus, um sie so einem breiten Publikum bekannt zu machen. Zudem soll er Eltern als Übersicht über kindgerechte Inhalte dienen. Gleichzeitig sollen die rund 3600 Kinder, die in die Juryarbeit mit eingebunden werden, kompetenter im Umgang mit Medien werden. Während der Testzeiten ist Christin Wulf am Rotieren. Hier fehlt ein Controller, da funktioniert die Kopplung nicht. Lasse sitzt fragend vor dem Tablet: „Das funktioniert einfach nicht“, sagt er und guckt erwartungsvoll auf die Anki Overdrive Trucks, die eigentlich via Tablet gesteuert werden sollen. Auch wenn Wimmelbildspiele, die Lasse zu Hause am liebsten spielt, für den Tommi nicht zur Auswahl stehen, hat er sichtlich Spaß am Ausprobieren: „Man kann den Entwicklern Tipps geben.“ Als die Autos endlich über die Rennstrecke fahren, resümiert der Zehnjährige lachend: „Die Autos fahren zwar, wie sie wollen, aber sie fahren endlich.“

Die getesteten Spiele werden verlost

Marten ist der Profi an der Drohne. Geschickt lässt er den kleinen Quadrokopter auf engstem Raum einen Salto fliegen. Am liebsten spielt er aber am PC. Worauf es bei der Bewertung ankommt, weiß der junge Juror. „Ich gucke auf das Gameplay, wenn das stimmt, gebe ich gute Punkte, auch wenn die Grafik nicht so gut ist.“ Schließlich ist der Spielverlauf der maßgebliche Spaßfaktor. „Minecraft“ macht ihm besonders Spaß. „Ich finde es gut, dass hier Kinder testen können und nicht Sozialpädagogen.“ Gewinnchancen sieht er dennoch beim Konsolenspiel „Guitar Hero live“. Den Controller, der eine Gitarre darstellt, hofft Marten auch am Sonnabend zu gewinnen. Dann werden unter allen Jurymitgliedern die getesteten Spiele verlost.

Auch Anastasia, eines der wenigen teilnehmenden Mädchen, hat sich durch die Spiele gezockt. „Ich hab’ schon alles gespielt.“ Am meisten fasziniert ist die Elfjährige von den Klassikern „Sonic“ und „Mario“, die etwas modernisiert auch heutzutage nicht an Bedeutung verloren haben. Die besten Spiele werden am 21. Oktober auf der Frankfurter Buchmesse prämiert.

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