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Kieler soll Kinder missbraucht haben

Kein Haftbefehl Kieler soll Kinder missbraucht haben

Die Kieler Staatsanwaltschaft ermittelt gegen einen 40-jährigen Mann, der mehrere Kinder seiner Lebensgefährtin sexuell missbraucht haben soll. Obwohl der Verdächtige pädophile Neigungen gegenüber der Polizei eingeräumt hat, verzichten die Behörden bislang auf einen Antrag auf Haftbefehl.

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Der Fall sei laut Oberstaatsanwalt Bieler nicht vergleichbar mit dem 30-Jährigen, der Anfang des Jahres zwei kleine Mädchen im Stadtteil Gaarden sexuell missbraucht hatte.

Quelle: dpa (Symbolbild)

Kiel. „Wir gehen nicht davon aus, dass eine Fremdgefährdung durch den Verdächtigen besteht“, sagte Oberstaatsanwalt Axel Bieler. Der Fall sorgt für Aufruhr im Kieler Stadtteil Gaarden: Der 40 Jahre alte Mann soll sich seit etwa einem Jahr in bis zu 30 Fällen an mehreren Kindern aus vorherigen Beziehungen seiner Lebensgefährtin vergangen haben. Staatsanwalt Bieler bestätigte auf Nachfrage unserer Zeitung, dass seit Ende März ein entsprechendes Ermittlungsverfahren gegen den Verdächtigen geführt werde. Aus Opferschutzgründen will die Staatsanwaltschaft zum Alter der Kinder keine Angaben machen. Nach Informationen der Kieler Nachrichten soll es sich um zwei Mädchen und einen Jungen handeln. Gerüchte, dass auch das gemeinsame Kind, ein Säugling, missbraucht worden sei, wies der Ermittler zurück.

Offenkundig hatten sich die betroffenen Kinder vor gut zweieinhalb Wochen ihrer Mutter offenbart. Diese hatte daraufhin ihren Freund aus der gemeinsamen Wohnung verwiesen und ihn aufgefordert, sich von ihren Kindern fernzuhalten. „Da der Beschuldigte noch in Besitz eines Schlüssels für die Wohnung der Partnerin war, schaltete diese die Polizei ein und bat darum, den Mann in seiner Wohnung aufzusuchen, um den Schlüssel zu holen“, berichtet Bieler. Der 40-Jährige habe gegenüber der Kripo die Missbrauchstaten eingeräumt, heißt es aus Polizeikreisen. Mehr noch: Der Beschuldigte sei „aus eigener Motivation“ zur Polizei gekommen, um umfassend „eine Art Lebensbeichte“ abzulegen. Oberstaatsanwalt Bieler bestätigte, dass der Mann gegenüber den Ermittlern seine pädophilen Neigungen offenbart habe und sich an die Wegweisung von seiner Partnerin und den Kindern halte. „Der Beschuldigte ist therapiewillig und kooperativ, sodass wir auf einen Antrag auf Haftbefehl absehen“, erklärte Bieler. Die Behörden gehen von keiner Gefährdung durch den Mann aus. Ohne Details zu benennen, führt der Oberstaatsanwalt aus: „Wir tragen dafür Sorge, dass sich eine solche Tat nicht wiederholt.“

Der Fall weckt Erinnerungen an den Missbrauchs-Skandal, der Anfang des Jahres Polizei, Staatsanwaltschaft und das städtische Gesundheitsamt in Erklärungsnot gebracht hatte. Ein 30-Jähriger hatte zwei kleine Mädchen im Stadtteil Gaarden sexuell missbraucht. Obwohl der Tatverdächtige nach dem ersten Übergriff vorläufig festgenommen worden war, sei zunächst kein Haftbefehl beantragt worden. Auf Hinweise der Mutter des psychisch kranken Mannes, dass mit diesem etwas nicht stimme, hatten Polizei und Stadt nicht reagiert. Erst nach der zweiten Tat und Bekanntwerden von Versäumnissen der Behörden vereinbarten diese, fortan intensiver miteinander zu kooperieren. „Der aktuelle Fall ist aber nicht mit diesen Vorfällen vergleichbar“, beteuert Bieler. Der 40-Jährige sei „psychisch nicht auffällig“.

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Foto: Der Verdächtige soll sich nach KN-Informationen noch am Sonntag selbst eingewiesen haben.

Wendung im Fall des 40-jährigen Mannes, der in bis zu 30 Fällen die Kinder seiner Lebensgefährtin sexuell zum Teil schwer missbraucht haben soll. Nach KN-online-Informationen soll sich der Beschuldigte am Sonntag selbst in eine psychiatrische Fachklinik in Heiligenhafen eingewiesen haben.

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