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Staatsanwaltschaft erhebt Anklage

Kindesmissbrauch in Kiel Staatsanwaltschaft erhebt Anklage

Die Staatsanwaltschaft Kiel erhebt Anklage gegen einen 31-jährigen Mann wegen des zweifachen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern. Im Stadtteil Gaarden hatte sich der Kieler im Januar an zwei fünf und sieben Jahre alten Mädchen vergangen. Der Fall sorgte bundesweit für Aufsehen.

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Die Mutter des Mannes hatte schwere Vorwürfe gegen Behörden und Polizei erhoben.

Quelle: Ulf Dahl

Kiel.  

Am 6. Januar hatte der Beschuldigte ein Mädchen in einem Kindergarten missbraucht. Obwohl der Verdächtige damals von der Polizei festgenommen worden war, mussten man den 31-Jährigen wieder laufen lassen. Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft Kiel hätten die Gründe für einen Haftantrag nicht ausgereicht. Eine Wiederholungsgefahr sahen die Ermittler nicht. Ein Fehler, wie sich wenige Wochen später herausstellte: Am 31. Januar lockte der Beschuldigte ein sieben Jahre altes Mädchen aus der Nachbarschaft in seine Wohnung und missbrauchte das Kind. Erst nach der zweiten Tat beantragte die Staatsanwaltschaft einen Haftbefehl, der kurze Zeit später in einen Unterbringungsbefehl umgewandelt worden war. Da der Beschuldigte offenbar unter schweren psychischen Problemen litt, wurde er in einer Fachklinik in Neustadt untergebracht.

Nach den zwei schockierenden Fällen von Kindesmissbrauch hatte die Mutter des Mannes schwere Vorwürfe gegen Behörden und Polizei erhoben. Sie hätten ihre ausdrückliche Warnung vor der Gefährlichkeit ihres psychisch kranken Sohnes nicht ernst genommen und sie mit ihren Ängsten allein gelassen, sagte die 50-Jährige. Die Stadt hatte damals Fehler eingeräumt, Kiels leitende Oberstaatsanwältin Birgit Heß den Fall zur Chefsache erklärt, um die Abstimmung zwischen den Behörden künftig besser zu koordinieren.

Wie Kiels Oberstaatsanwalt Axel Bieler KN-Online am Mittwoch bestätigt, befindet sich der Beschuldigte bis heute in dem psychiatrischen Krankenhaus. „Wir haben jetzt Anklage wegen des zweifachen schweren sexuellen Missbrauchs erhoben“, so Bieler. Zugleich sei ein psychiatrisches Gutachten angefordert worden, um die Schuldfähigkeit des 31-Jährigen beurteilen zu können. „Die zuständige Jugendkammer des Landgerichts wartet mit der Terminierung der Hauptverhandlung auf das Gutachten, da von diesem abhängt, ob es ein Sicherungs- oder ein Strafverfahren sein wird“, so Bieler. Er rechnet damit, dass das Schreiben in Kürze vorliegt.  

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