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600 zusätzliche Plätze für die Kleinen

Kita-Bedarfsplan 600 zusätzliche Plätze für die Kleinen

Beim Ausbau der Kinderbetreuung steht die Stadt vor einem gewaltigen Kraftakt. Sie schafft im laufenden und kommenden Kindergartenjahr rund 600 weitere Plätze in Kitas oder für Schulkinder. Hinzu kommen zusätzliche Betreuungsstunden für 345 Elementarkinder, deren Eltern berufstätig sind.

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Die Ratsversammlung soll am Donnerstag den Kita-Bedarfsplan verabschieden.

Quelle: picture alliance / dpa

Kiel. Dabei erfasst der am Donnerstag im Rat zur Abstimmung stehende Kita-Bedarfsplan noch nicht die Betreuungsplätze, die für die voraussichtlich 800 Kinder von Flüchtlingen nötig sind.

Auch die finanziellen Auswirkungen lassen sich laut der Amtsleiterin für Kinder- und Jugendeinrichtungen, Marion Muerköster, noch nicht exakt beziffern. Allein für die Betreuung der Flüchtlingskinder innerhalb der kommenden Jahre müssten nach ersten Schätzungen bis zu sechs Millionen Euro inklusive Betriebs- und Investitionskosten veranschlagt werden.

 Doch schon jetzt sind gravierende Zusatzbelastungen im Haushalt deutlich erkennbar: Wurden 2015 noch rund 100 Millionen Euro an Betriebskosten für Kitas, Betreute Grundschulen oder Tagespflege aufgewandt, steigt die Zahl 2016 auf rund 111 Millionen Euro, ab 2016 auf fast 114 und ab 2018 auf 116 Millionen Euro. Hinzu kommen noch „Mehraufwendungen“ aufgrund der Datenaktualisierung beim Ausbau der Kindertagesbetreuung. Der dazu nötige Betrag steigt von rund einer Million Euro (2016) zunächst auf 3,6 (2017), dann auf mehr als vier Millionen Euro (2018).

 Doch in den kommenden Jahren könnten noch weitere Steigerungen bei den Betriebskosten hinzukommen. Denn weil der Stadt das Geld zur Investition in neue Gebäude zur Kinderbetreuung fehlt, ist sie auf Hilfe von Partnern angewiesen. Das Prinzip dabei: Freie Träger der Einrichtungen oder private Investoren erstellen die Gebäude, die Stadt zahlt eine Art indirekte Miete in Form höherer Betriebskostenzuschüsse an die Einrichtungsträger.

 Marion Muerköster ist die „enorme Kraftanstrengung“ der Stadt zwar bewusst, „aber sie ist nötig, schließlich haben die Eltern einen Rechtsanspruch auf die Betreuung ihrer Kinder“. Zudem sei Kiel landesweit Spitzenreiter, was die finanziellen Investitionen in diesem Bereich angehe und sichere damit auch die Betreuungsqualität. Beispielsweise durch vergleichsweise kleine Gruppen oder die Finanzierung von Vor- und Nachbereitungsstunden im Rahmen der regulären Arbeitszeit von pädagogischen Mitarbeitern.

 Als Grund für die Notwendigkeit des starken Ausbaus des Betreuungsangebots nennt die Amtsleiterin die auf Jahre hin absehbar „wachsende Stadt“ – durch Zuzug von Familien oder Flüchtlingen sowie die in Kiel weiterhin steigende Geburtenrate. Außerdem wünschten sich immer mehr Eltern längere Betreuungszeiten aufgrund ihrer Berufstätigkeit.

 Derweil arbeite der Verwaltung jetzt mit Hochdruck daran, so schnell wie möglich die für die Betreuung der Kinder nötigen Räume zu finden. Etwa ein Dutzend Objekte würden derzeit auch als Zwischenlösungen geprüft – zum Beispiel nicht mehr benötigte Räume von Kirchengemeinden bis hin zur Nutzung freier Kapazitäten in Gewerbeimmobilien oder in der Schwimmhalle Gaarden nach ihrer absehbaren Schließung für den Badebetrieb.

 Trotz aller Anstrengungen wird die Betreuung von Flüchtlingskindern nach Einschätzung von Marion Muerköster nicht sofort in vollem Umfang leistbar sein: „Das dauert einige Jahre.“ So setze die Stadt auch hier auf Übergangslösungen „unterhalb des regulären Kita-Standards“.

 Dazu zählen unter anderem Eltern-Kind-Gruppen, bei denen Flüchtlingskinder ein- bis dreimal pro Woche für maximal insgesamt elf Stunden betreut würden. Ebenfalls in der Planung sei ein Shuttle-Service, der Kinder an Vormittagen zu dann noch freien Hort-Räumen bringe, in denen die Betreuung stattfinde.

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Ein Artikel von
Jürgen Küppers
Lokalredaktion Kiel/SH

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Um diesen Kraftakt sind die Verantwortlichen für die Kinderbetreuung in Kiel wahrlich nicht zu beneiden. In den kommenden Jahren müssen insgesamt rund 1500 zusätzliche Betreuungsplätze geschaffen werden. Mindestens. Nicht nur für Flüchtlingskinder.

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