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Kleine Wochenmärkte in Not

Gaarden und Elmschenhagen Kleine Wochenmärkte in Not

Immer weniger Händler kommen zu den kleinen Wochenmärkten in den Stadtteilen. Dadurch entstehen Lücken, die diese Märkte unattraktiv machen. Auch die Nahversorgung in den Quartieren leidet darunter, weil der Einzelhandel nicht mehr überall ein ausreichendes Angebot vorhält.

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Schon seit 30 Jahren mit Blumen dem Wochenmarkt: Die Schwägerinnen Johanna und Ursula Schindler vom Blumenstand Inge Mirold.

Quelle: Thomas Eisenkrätzer

Kiel. Dagegen steigern die Märkte auf dem Exerzier- und Blücherplatz durch Veranstaltungen und hochwertige Angebote ihre Aufenthaltsqualität. Das geht aus einer Geschäftlichen Mitteilung von Oberbürgermeister Ulf Kämpfer für den Innenausschuss hervor.

 Anfang des Jahres hatte der Initiativkreis der Händler kritisiert, dass die Verwaltung die Beschicker nicht genügend betreute. Sie wünschten sich, dass alle Märkte in ein städtisches Konzept eingebettet werden. Und die Händler wollen lebendige Märkte mit Attraktionen wie beispielsweise Musiktagen, Kochevents oder anderen Vorführungen. Zudem forderte der Initiativkreis mehr Kurzzeitparkplätze für Kunden auf dem Blücherplatz. Das könnte erreicht werden, wenn die Händler weiter zusammenrückten und somit Platz schafften. Somit böte sich den Einkäufern ein geschlossenes Bild.

 Diese Anregungen hat die Verwaltung geprüft und sich die Situation an allen Standorten angeschaut. Das Ergebnis: Während die großen Märkte sich weiter entwickeln, geht das Angebot in den Stadtteilen immer weiter zurück. Das registrieren auch die Händler selbst: „Der Markt auf dem Vinetaplatz hat am meisten nachgelassen“, sagt Thomas Menzel, der Obst- und Südfrüchte auch auf dem Exerzier- und Blücherplatz verkauft. „Die Leute in Gaarden haben nicht mehr das Geld, um vernünftige Ware zu einem vernünftigen Preis zu kaufen.“ Die Lage am Andreas-Hofer-Platz in Elmschenhagen ist nicht anders. „Die Lücken werden immer größer, es müssen mehr Händler her, um den Markt wieder zu beleben“, sagt Ursula Schindler von einem Blumenstand. Da ein Edeka-Markt geschlossen habe, gebe es eine große Nachfrage nach einem frischen Angebot.

Nachfrage auf kleinen Märkten ist geringer

 Die Stadt sieht mit Sorge, dass die Märkte in den Stadtteilen immer weiter ausdünnen. „Es liegen hierfür weniger Bewerbungen für Stände mit hochwertigen Produkten oder gastronomischen Angeboten vor“, teilte Kämpfer in dem Papier mit. Der Grund: Nach Ansicht der Händler bestehe dort eine geringere Nachfrage als auf den beiden großen Märkten. Hinzu komme die Tendenz der Beschicker, nur noch an den umsatzstärkeren Orten, an zwei Tagen oder lediglich zu bestimmten Jahreszeiten ihre Auslagen auszubreiten. „So entstehen nicht nur Einnahmeverluste, sondern auch Lücken, die die Märkte weniger attraktiv erscheinen lassen“, erklärte der Oberbürgermeister.

 Doch die Verwaltung sieht gemeinsam mit den Beschickern Entwicklungspotenzial. Auf den großen Märkten wurde der Aufbau optimiert und, wo es möglich war, Parkplätze geschaffen. Das allerdings sehen einige Händler, die nicht regelmäßig kommen, aber kritisch, weil für sie der Stammplatz enorm wichtig sei, heißt es in der Mitteilung. Eine von der Stadt organisierte Werbung wurde allerdings nicht umgesetzt, weil das eine Gebührenerhöhung bedeutet hätte. Genügend Stellflächen am Blücher- und Exerzierplatz stünden zur Verfügung. Mehr Haltemöglichkeiten einzurichten, sei nicht möglich.

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Ein Artikel von
Günter Schellhase
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