21 ° / 12 ° wolkig

Navigation:
Klares Votum für den „Holsten-Fleet“

Kleiner Kiel-Kanal Klares Votum für den „Holsten-Fleet“

Fast 650 Leserinnen und Leser sind dem Aufruf der Kieler Nachrichten gefolgt und haben in der Frage, wie der Kleine Kiel-Kanal endgültig heißen soll, ihr Votum abgegeben. Ginge es allein nach ihnen, wäre die Entscheidung eindeutig: Über 50 Prozent (356) der abgegebenen Stimmen fielen auf den Namen „Holsten-Fleet“.

Voriger Artikel
Nur eine Stammzellspende kann Gina helfen
Nächster Artikel
Müll und Algen vermiesen schöne Tage

Die rote Umrandung zeigt, wo der Kleine Kiel-Kanal ungefähr verlaufen wird. Mit der Verlegung der Leitungen wurde bereits begonnen. Ende Juni kommenden Jahres beginnt die Tiefgründung der beiden Wasserbecken. Ab dann ist die Holstenbrücke für immer für den Individualverkehr gesperrt.

Quelle: Ulf Dahl

Kiel. Es folgt mit großem Abstand auf Platz zwei „Kielwasser“ (116). Auf Platz drei waren gleichauf mit je 70 Stimmen „Tom Kyle“ und „Altstadt-Fleet“.

 Bindend für Politik und Verwaltung ist diese Abstimmung natürlich nicht. Die endgültige Entscheidung darüber, welchen Namen das geplante Verbindungsbecken zwischen Kleinem Kiel und Bootshafen haben soll, darf allein die Ratsversammlung treffen, die zuvor das Votum des Ortsbeirats abwarten wird. Aber einen klaren Hinweis, wie die Bevölkerung in dieser Frage denkt, haben die Fraktionen im Rathaus hiermit bekommen. Bürgermeister Peter Todeskino (Grüne) hatte den Namen Kleiner Kiel-Kanal als reinen Arbeitstitel der Verwaltung bezeichnet und angekündigt, zu einem späteren Zeitpunkt ein Verfahren zur Namensgebung einzuleiten, das die bisherigen Favoriten berücksichtige.

 Viele Leserinnen und Leser beschränkten sich nicht nur darauf ihr Votum abzugeben, sondern kommentierten auch ihre Entscheidung. Gelobt wurde an dem Begriff „Holsten-Fleet“ vor allem die klare Abgrenzung von dem Begriff „Kanal“, der in Schleswig-Holstein durch den Nord-Ostsee-Kanal belegt sei. Anderen gefiel der Vorschlag, weil er „aussagekräftig“ und „nachvollziehbar“ sei. Knapp und bündig hat mit Uwe Ecksmann ausgerechnet ein Butenkieler die Pro-Holsten-Fleet-Argumente zusammengefasst, der in seiner E-Mail aus dem Rheinland schrieb: „Die Verbindung der Bezeichnung ,Holsten’ wegen der Holstenbrücke mit dem typisch norddeutschen Wort ,Fleet’ halte ich für den besten Namen.“

 Erst einmal werden die bereits begonnenen Bauarbeiten bis zur Fertigstellung des umstrittenen Projekts im Herbst 2019 noch zu erheblichen Beeinträchtigungen führen. Todeskino bittet angesichts der anstehenden „epochalen Umbauten“ um Verständnis. Bereits im kommenden Herbst werden die beiden Haltestellen von der Holstenbrücke an den Martensdamm beziehungsweise in die Rathausstraße verlegt – dauerhaft. Die Innenstadt bleibe auch nach Fertigstellung für alle Busfahrgäste gut erreichbar, verweist der Baudezernent auf die geplante doppelseitige ÖPNV-Spur, auf der die Busse an der Südseite der Uferkante weiterhin die Holstenbrücke durchfahren werden, aber nicht mehr stoppen. In einem Radius von 300 Metern finde man verschiedene Möglichkeiten, das Zentrum zu erreichen, vor allem über die Haltestellen an der auch für den Autoverkehr wichtigen Andreas-Gayk-Straße, sagt Todeskino. Die dauerhafte Sperrung der Holstenbrücke für den Individualverkehr, die nach der Kieler Woche 2017 erfolgt, sieht er mit Blick auf die Hauptachsen und umliegenden Parkhäuser ebenfalls als unproblematisch an. Klar ist aber auch, dass die bisherigen Stände und Bühnen auf der Holstenbrücke ab der Kieler Woche 2018 auf andere Flächen ausweichen müssen. „Dafür werden wir Lösungen finden“, ist sich Todeskino sicher. Er geht auch davon aus, dass die Wasserverbindung, wie immer sie später heißen mag, am Ende ein wichtiger Baustein für eine erfolgreiche Stadtentwicklung sein wird.

 Mit dem Einsendeschluss am vergangenen Sonntag war auch die KN-Lostrommel gefüllt: Unter allen Einsendern, die ihre Namen und Adresse genannt haben, wurden drei mal zwei Freikarten für Shows in der Sparkassen-Arena gelost. Die Gewinner sind: Petra Marx (Melsdorf), Horst Westphal (Kiel) und Jens Seide (Kiel).

 Von Martina Drexler und Kristian Blasel

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Favoriten aus 100 Vorschlägen
Foto: So könnte es in Kiels neuer Mitte ab dem Jahr 2019 aussehen: Die Planer setzen auf eine belebte Uferpromenade, die zum neuen Anziehungspunkt der Innenstadt wird.  Skeptiker fürchten schlechte Wasserqualität und unangenehme Windverhältnisse.

Unser Aufruf, sich einen neuen Namen für den Kleinen Kiel-Kanal auszudenken, hat viele Leserreaktionen in Kiel und im Umland ausgelöst. Weit mehr als 100 Mails, Postkarten und Briefe erreichten uns mit witzigen, zum Teil liebevoll gestalteten Vorschlägen und sogar Gedichten.

Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus Nachrichten aus Kiel 2/3