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Noch sitzen nicht alle in einem Boot

Kleiner Kiel Noch sitzen nicht alle in einem Boot

Gibt es bald Ruderboote auf dem Kleinen Kiel? Die Ratsversammlung war sich am Donnerstag uneinig, ob Boote die Landeshauptstadt attraktiver machen würden. Nur mit knapper Mehrheit stimmten die Ratsmitglieder für einen Antrag von SPD und SSW, der die Möglichkeiten für einen Bootsverleih prüfen will.

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Bootsverkehr auf dem Kleinen Kiel gab es schon einmal. Doch anstatt der Grillinseln sollen nach dem Willen der Ratsversammlung bald Ruder- oder Tretboote zwischen Hiroshimapark und Ratsdienergarten fahren. 

Quelle: Sven Janssen

Kiel. „Es sind die kleinen Dinge, die die Attraktivität der Stadt steigern“, sagte SPD-Ratsherr Falk Stadelmann zur Begründung des Antrags. Ein Bootsverleih würde den maritimen Charakter Kiels unterstreichen und deswegen gut zur Landeshauptstadt passen.

Schon vor vier Jahren war das Thema bei einer öffentlichen Anhörung zur Zukunft des Kleinen Kiels diskutiert worden. Damals hatten vor allem die Anwohner Bedenken angemeldet, dass es um den Kleinen Kiel zu laut werden, der Verkehr zunehmen und sich auch die Parkplatzsituation verschlechtern könnte. „Die Bedenken überzeugen nicht“, so Stadelmann. Weder Lärm- noch Verkehrszuwachs sei durch das Einrichten eines Bootsverleihs zu erwarten.

Arne Stenger (Grüne) sah sich wiederum von Stadelmanns Argumentation nicht überzeugt und zog den Vergleich zu den Grillinseln, die vor einigen Jahren auf dem Kleinen Kiel vermietet wurden. „Die Grillinseln haben bewiesen, dass es keinen Bedarf gibt, deshalb sind sie auch wieder abgeschafft worden.“ Außerdem sei die Wasserqualität auf dem Kleinen Kiel zu schlecht für einen Bootsverleih, so Stenger. „Die Leute wollen doch nicht mit dem Boot fahren, wenn das ganze Wasser voller Algen ist.“ Da aus seiner Sicht schon jetzt so viele Argumente gegen einen Bootsverleih sprachen, sei eine Prüfung durch die Verwaltung nicht mehr nötig. „Das ist eine unnötige Arbeitsbelastung für die Mitarbeiter.“ Das sah auch Stefan Rudau (Linke) so. „Der Prüfauftrag ist Quatsch.“ Auch er sah die Grillinseln als Beweis dafür, dass ein Bootsverleih auf dem Kleinen Kiel nicht funktionieren würde. Trotzdem stimmte die Ratsversammlung schließlich für den Antrag von SPD und SSW. Die Verwaltung wird nun prüfen, ob ein Bootsverleih am Kleinen Kiel möglich ist und was für die Umsetzung nötig wäre.

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Ein Artikel von
Anne-Kathrin Steinmetz
Lokalredaktion Kiel/SH

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