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Im Nu auf Passivhaus-Standard

Klima-Kiosk „Auguste“ Im Nu auf Passivhaus-Standard

Jetzt gibt es was zu sehen im Klima-Kiosk „Auguste“ in Gaarden. Fachleute der Tischlerei Altwittenbek haben am Mittwoch vorgeführt, wie sich ein bislang allenfalls symbolisch isoliertes Dach mittels Einblasdämmung in kürzester Zeit auf Passivhaus-Standard bringen lässt. Und das auf umweltverträgliche Weise.

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Anna Schütze füllt Nachschub an Zellulose-Schnipseln ein, die anschließend in den Dachzwischenraum gepustet werden.

Quelle: Martin Geist

Gaarden. Jetzt gibt es was zu sehen im Klima-Kiosk „Auguste“ in Gaarden. Fachleute der Tischlerei Altwittenbek haben am Mittwoch vorgeführt, wie sich ein bislang allenfalls symbolisch isoliertes Dach mittels Einblasdämmung in kürzester Zeit auf Passivhaus-Standard bringen lässt. Und das auf umweltverträgliche Weise.

 Seit dem Frühjahr nimmt sich das Projekt „Klimagaarden“ des Kiosks in der Augustenstraße an. Das liebevoll gestaltete Bauwerk aus der Nachkriegszeit stand zuletzt nach einem Brand mehrere Jahre leer und ist nun zu einem Demonstrationsobjekt in Sachen energetischer Sanierung geworden. Aus gutem Grund, sagt Peter Wartenpfuhl, der für die technische Leitung des Projekts zuständig ist. Ebenso wie die meisten Häuser in Gaarden sei der Kiosk älteren Baujahrs und eigne sich bestens, um im Kleinen zu zeigen, was im Großen möglich ist.

 Am Werk sind zunächst Gerd Husemann und seine Leute von der Tischlerei Altwittenbek. Ein feinfühlig auf den Stil des Hauses angepasstes Holzfenster mit sehr geringem Wärmeverlust dank eines U-Wertes von 1,1 haben die Handwerker bereits hergestellt und eingebaut. Nun ging es an die Isolierung des Daches, das zuvor nur eine minimale Dämmschicht aufgewiesen hatte. Etwa 50 Zentimeter tief musste zuvor die Decke abgehängt werden; in den so gewonnenen Hohlraum wurden dann per Gebläse und Schlauch Zellulosefasern eingeblasen. Nicht einmal eine Stunde dauerte die Prozedur, und schon war die Wärmedämmung geschaffen.

 Vom Prinzip her ist das Verfahren denkbar einfach. Bei der Zellulose handelt es sich um nichts anderes als um Zeitungspapier, das allerdings fürs Feuchtigkeitsmanagement, zwecks Brandschutz und auch zum Schutz gegen Nager mit Borsäure behandelt wurde. Geeignet ist das Einblasverfahren für viele Altbauten, speziell für Dächer, und bei denkmalgeschützten Gebäuden. Eingriffe von außen sind überhaupt nicht nötig, im Inneren hält sich der Aufwand ebenfalls in Grenzen. Die Tischlerei Altwittenbek arbeitet seit 25 Jahren mit Zellulose aus dem Hause Isofloc; unter anderem findet sich das Umwelt-zertifizierte Material in der Ökosiedlung am Moorwiesengraben und in Kürze auch in der Augustenstraße im denkmalgeschützten Gebäude der Sparkasse.

 Falsch machen kann man dabei wie bei allen Dämmverfahren ziemlich viel. Besonders Auswahl und fachgerechte Montage der Dampfbremse, die verhindert, dass zu viel Feuchtigkeit ins Isoliermaterial kommt, verlangt laut Husemann einiges an Erfahrung und Wissen.

 In den weiteren Etappen der Umgestaltung des Kiosks sind nun die Handwerker der Deutschen Annington, der Eigentümerin der Kieler Wohnungsbaugesellschaft (KWG), am Werk. Sie kümmern sich um die Elektrik und nehmen Kernbohrungen für die Lüftung und Heizung vor. Energetisch interessant wird es in einigen Wochen, wenn Wände und Fußboden mit innovativen Verfahren gedämmt werden.

 Aufmerksamkeit in Fachkreisen haben „Auguste“ und „Klimagaarden“ derweil schon geweckt. Das Projekt wurde mit einem ersten Preis der Energieolympiade für vorbildliche Energieprojekte in Schleswig-Holstein ausgezeichnet. Dank des Preisgelds von 20000 Euro kann damit der Klima-Kiosk auf jeden Fall auch im Jahr 2016 gesichert werden. Das Häuschen soll als kleines Zentrum rund ums Thema Energie genutzt werden, kann aber auch für kulturelle und andere Veranstaltungen genutzt werden.

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