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70 Autos oder 70 Studenten?

Klugeparkplatz Projensdorf 70 Autos oder 70 Studenten?

Die Stadt wächst stetig und sucht daher Flächen, um mehr Wohnraum schaffen zu können. In Projensdorf kommt der Klugeparkplatz am Charles-Roß-Ring in Frage und soll in den Wohnflächenatlas aufgenommen werden. Doch die Projensdorfer protestieren vehement dagegen.

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Abends und nachts sind die Parkplätze in Projensdorf so knapp, dass die Netto-Parkfläche auf dem Gurlittplatz genutzt wird. Mitarbeiter und Kunden beklagen aber, dass sie morgens keinen Parkplatz finden.

Quelle: Karina Dreyer

Kiel. Viele Projensdorfer kamen zur Ortsbeiratssitzung, um ihren Unmut über die Idee der Stadt zu äußern, auf dem Parkplatz mit 70 Stellflächen ein Wohnhaus für Studenten mit 70 Wohneinheiten entstehen zu lassen. Es gibt mittlerweile eine Sammlung von Unterschriften. Auch der Ortsbeirat ist gegen die Pläne: „Der Aufnahme in den Wohnflächenatlas wird widersprochen und die Streichung beantragt“, beschloss das Gremium einstimmig.

In den Augen der Projensdorfer gibt es an sich schon einen großen Bedarf an Parkplätzen im Stadtteil. Die Streichung des sogenannten Klugeplatzes käme für Besucher von Elternabenden oder Konzerten des Ernst-Barlach-Gymnasiums, der Kirche und Sportveranstaltungen einer Katastrophe gleich. Zudem wird der Parkplatz den Eltern empfohlen, um dort ihre Kinder aus- oder einsteigen zu lassen.

Sorge aufgrund des Mangels an Parkplätzen

Um die Stadt von ihrem Anliegen zu überzeugen, hat der Ortsbeirat gründlich recherchiert. „Bei der Fläche handelt es sich um ein künstlich aufgeschüttetes Gelände, dessen Beschaffenheit und Untergrund unklar ist“, heißt es in einer Erklärung des Gremiums. Unterhalb des Geländes am nordöstlichen Rand befände sich zudem ein Wasserlauf, der in der Vergangenheit der Entwässerung der Grundstücke der Straße Am Tannenberg diente. Die alte Siedlungsdrainage führt dort hinein, an die auch die Überläufe der Klärgruppen angeschlossen waren. Weitere Einwände sind die unmittelbare Nähe zu den Häusern an der Straße Am Tannenberg: Es müsste mit erheblichen Verschattungen gerechnet werden, führten die Kritiker ins Feld. Befürchtet wird auch ein erhöhtes Verkehrsaufkommen – und das nicht nur während der Bauphase.

Doch die größte Sorge bereitet der zusätzliche Mangel an Parkplätzen: In Teilbereichen, zu Abendzeiten und an Wochenenden gebe es erhebliche Parkprobleme mit steigender Tendenz. Das liegt laut Ortsbeirat nicht nur daran, dass immer mehr Parkplätze wegfallen, sondern auch immer mehr Pkw hinzukämen. „Projensdorf zählt zu den Stadtteilen mit positiven Sozialdaten“, betonte der Ortsbeiratsvorsitzende Manfred Scholz. Der Bedarf an Parkplätzen werde durch die Besucher der Bewohner in den Neubauten und des Seniorenheimes, das Günter-Lütgens-Haus, im Bereich des Charles-Roß-Ring und Gurlittstraße noch verstärkt.

17 Prozent der Projensdorfer sind Studenten

In Projensdorf wohnen derzeit 947 Studenten, sie machen 17 Prozent der Bewohner aus. Die Nähe zur Universität macht den Stadtteil für sie so beliebt. An sie dachte während der Ortsbeiratssitzung das beratende Mitglied Michael Schmöckel (Linke). Er sprach sich für den Bau eines Wohnhauses für Studenten auf dem Parkplatz aus: „Es kann doch nicht sein, dass bei einem solch hohen Wohndruck wie in Kiel herrscht, Parkplätze in den Vordergrund gestellt werden. Das ist für mich menschenverachtend“, betonte Michael Schmöckel.

Ein Projensdorfer schlug vor, dafür die Brachflächen an der Universität schnellstmöglich zu nutzen.

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