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„Homburg“ bleibt in Frauenhand

Kommandantinnen-Wechsel „Homburg“ bleibt in Frauenhand

Der Marinestützpunkt Kiel hat ein modernes Alleinstellungsmerkmal: Frauen in Führungspositionen sind hier Alltag. Am Donnerstag gab es erstmals eine Bootsübergabe von Frau zu Frau: Korvettenkapitän Inka von Puttkamer übergab die „Homburg“ an Kapitänleutnant Anna Prehn.

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Von Frau zu Frau: Kapitänleutnant Anna Prehn (links) übernahm in Kiel das Kommando über die Besatzung des Minenjägers „Homburg“ von Korvettenkapitän Inka von Puttkamer. Kommandantinnen gibt es bislang nur in Kiel.

Quelle: Frank Behling

Kiel. Im Juni 2013 übernahmen in Kiel Helena Linder-Jeß und Inka von Puttkamer das Kommando über zwei Kampfeinheiten der deutschen Marine. Die Minenjäger „Homburg“ und „Datteln“ vom 3. Minensuchgeschwader gingen damit in die Geschichte der deutschen Seestreitkräfte ein.

Dabei räumte der Geschwaderkommandeur gleich mit zwei Vorurteilen auf. „Frauen an Bord bringen kein Unglück, das haben die vergangenen drei Jahre gezeigt“, sagte Fregattenkapitän Axel Schrader in der Ansprache. Und das Gerücht, die Bundeswehr lasse die Vereinbarkeit von Familie und Beruf nicht zu, sei das zweite widerlegte Vorurteil. „Es ist machbar, Kommandantin zu sein und trotzdem Kinder zu bekommen. Das ist eben in Kiel möglich“, sagte Schrader. Mit Hinweis auf die Schwangerschaft der scheidenden Kommandantin wurde auch die Anzugsordnung aufgelöst – Inka von Puttkamer durfte das Kommando im etwas bequemeren Parka übergeben. 17000 Seemeilen hat die 33-jährige Kielerin seit der Übernahme mit der „Homburg“ zurückgelegt. Sie war mit der Besatzung in einem Nato-Einsatz im Mittelmeer und bei Übungen in der Ostsee.

Ein Ziel der Laufbahn erreicht

Mit der Übergabe an Kapitänleutnant Anna Prehn (32) ist für Inka von Puttkamer jetzt erst einmal eine Pause angesagt. Den Kontakt zur Flotte hält in der Zwischenzeit ihr Mann Bogislav von Puttkamer, der ebenfalls Marineoffizier ist. „Nach der Pause sind Sie wieder willkommen. Sie wurden ja auch für die Admiralsausbildung ausgewählt“, sagte Schrader.

Nachfolgerin Anna Prehn gehörte wie von Puttkamer auch zu den ersten Offiziersanwärterinnen der Marine, die sich nach der Freigabe aller Laufbahnen 2001 zur Bundeswehr meldeten. Die gebürtige Mecklenburgerin durchlief die Ausbildung zur Offizierin auf der „Gorch Fock“ und in der Marineschule Mürwik. Danach folgten Jahre als Wachoffizierin auf dem Minenjagdboot „Bad Bevensen“ und dem Minensuchboot „Auerbach/Oberpfalz“. Dazwischen lag eine Verwendung in der Personalführung der Bundeswehr. „Ich erhoffe mir da von Ihnen auch den einen oder anderen Input“, sagte Kommandeur Schrader.

Mit der Übernahme des Kommandos über die Besatzung der „Homburg“ habe sie ein Ziel ihrer Laufbahn erreicht. „Hier jetzt stehen zu dürfen, ist für mich ein ganz besonderer Moment. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit Ihnen“, sagte Prehn in der ersten Ansprache an die Besatzung. Für sie wird der Start nicht leicht. Das Boot muss im August zuerst in die Werft. Im kommenden Jahr stehen dann wieder Übungs- und Einsatzfahrten auf dem Programm.

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Ein Artikel von
Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

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