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Kommandowechsel vollzogen

Einsatzflottille 1 Kommandowechsel vollzogen

Der größte Verband der deutschen Marine hat seit Freitag einen neuen Kommandeur. Die aus 50 Schiffen, Booten und Landeinheiten bestehende Einsatzflottille 1 zählt 4100 Soldaten und zivile Mitarbeiter. Vor dem Stabsgebäude im Marinestützpunkt Kiel übergab Flottillenadmiral Jean Martens (53) das Kommando über die Flottille an Kapitän zur See Jan Kaack (52). Den Wechsel vollzog der Abteilungsleiter Einsatz des Marinekommandos, Konteradmiral Hans-Christian Luther (60).

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Flottillenadmiral Jean Martens (53, links) übergab das Kommando über die in Kiel beheimatete Einsatzflottille 1 an Kapitän zur See Jan C. Kaack (52, rechts). Das militärische Zeremoniell wurde durch den Abteilungsleiter Einsatz des Marinekommandos, Konteradmiral Hans-Christian Luther (60, Mitte), geleitet. Die EF1 ist der zahlenmäßig größte Verband der Deutschen Marine.

Quelle: Frank Behling

Kiel. Jean Martens hat zwei Jahre die Einsatzflottille 1 geführt. In seine Dienstzeit fiel die Umsetzung der Bundeswehrreform mit den Außerdienststellungen von zwei Schnellbooten und drei Minenabwehreinheiten. Gleichzeitig musste in den vergangenen beiden Jahren der Mangel an Personal für die Einheiten gemeistert werden. Zeitweise waren bis zu 25 Prozent der Dienstposten unbesetzt. „Wir sind jetzt aber auf einem guten Weg“, sagte Martens. Die Fehlquote bei den Soldaten auf den Einheiten liege inzwischen nur noch bei etwa zehn Prozent. Besonders bewährt hat sich die Nutzung der Kieler Minenjagboote „Herten“ und „Überherrn“ für die Nachwuchswerbung. Mehr als 50 Prozent der Teilnehmer an den Schnupperfahrten des Programm „Marine Life“  hat sich später für eine Dienstzeit als Zeitsoldat bei der Marine entschieden. 

Der scheidende Kommandeur Martens wechselt nach Rostock und wird dort der neue Abteilungsleiter Einsatz. Der neue Kommandeur der Einsatzflottille 1 kommt aus Rostock und ist jetzt wieder „zuhause“. Der dreifache Familienvater wechselt aus dem Marinekommando zurück nach Kiel, wo er bis 2012 bereits Chef des Stabes der Einsatzflottille war. Kaack war aber auch bereits Kommandant einer Fregatte und eines Schnellbootes. Seine Bundeswehrzeit begann er 1982 in Kiel als Wehrpflichtiger auf einem Schnellboot, bevor er 1983 in die Offizierslaufbahn wechselt. In der Marine gehörte Kaack 2003 zu den ersten Kommandanten, die den Anspruch auf Elternzeit einforderten. Der Familienvater hat die Vereinbarkeit von Familie und Beruf bei der Marine bereits vorangetrieben, als das Thema noch nicht so bekannt war.  In Kiel ist Jan C. Kaack auch noch durch seine Bewerbung für die Kandidatur ums Oberbürgermeisteramt 2012  bekannt. Damals hatte er sich an dem innerparteilichen Kandidatenwahlverfahren der SPD beteiligt. Im Wahlverfahren der Parteimitglieder war Kaack dann gemeinsamen mit zwei anderen Bewerbern der späteren Oberbürgermeisterin Susanne Gascke unterlegen.

In seine Amtszeit als Kommandeur in Kiel fällt jetzt für Kaack eine für die Deutsche Marine schwere Entscheidung: Bis Ende 2016 wird Jan C. Kaack aus seiner Einsatzflottille die sechs letzten Schnellboote ausmustern müssen. „Daran wird sich leider nichts ändern, das ist nun einmal so entschieden“, sagte Admiral Luther am Rande der Kommandoübergabe.

Die Einsatzflottille 1 war 2006 in Kiel aufgestellt worden. Ihr unterstehen alle U-Boote, Minenabwehreinheiten, Schnellboote, Tender, Landungsboote und Korvetten sowie das Seebataillon der Marine mit den Standorten von Eckernförde bis Parow bis Rostock. Gegenstück ist die Einsatzflottille 2 in Wilhelmshaven mit 19 Einheiten und 4300 Soldaten.

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Ein Artikel von
Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

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