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Ehrenbürger Otto Schlenzka ist tot

Kommodore des Kieler Yacht-Club Ehrenbürger Otto Schlenzka ist tot

Otto Schlenzka, Ehrenbürger der Landeshauptstadt und Kommodore des Kieler Yacht-Clubs, ist tot. Er starb in der Nacht zu Mittwoch im Kreise seiner Famile im Alter von 96 Jahren.

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Das Segeln war sein Leben: Otto Schlenzka.

Quelle: Frank Peter

Kiel. Bei seinem letzten öffentlichen Auftritt – dem Regatta-Essen des KYC zur diesjährigen Kieler Woche – wurde er von den Größen aus Wirtschaft, Sport und Politik mit donnerndem Applaus bedacht. Schlenzka wirkte wie eh und je: natürlich älter geworden, aber immer noch groß, schlank, aufrecht, mit festem Händedruck.

Die Wegbegleiter Schlenzkas, der liebevoll „Ötte“ genannt wurde, reagierten gestern bestürzt auf die Nachricht von seinem Tod. Kiels Ex-Oberbürgermeister Norbert Gansel bezeichnete ihn als „Offizier und Gentleman“. Bei ihm hätten sich Verdienst und Bescheidenheit in einer Weise verbunden, die die Stadt in ehrender Erinnerung behalten werde.

Der Yacht-Club verabschiedete sich von seinem Kommodore mit den Worten: „Danke, Ötte, Farewell!“ Mit ihm gehe eine der großen Persönlichkeiten des Segelsports in Kiel. Bis zuletzt habe er trotz seines hohen Alters an Vorstandssitzungen teilgenommen. Für Ex-Oberbürgermeisterin Angelika Volquartz bedeutet Otto Schlenzkas Tod den „Abschied von einem bewunderten Freund“. Das segelsportliche Engagement Schlenzkas bleibe „unübertroffen“. Als Ehrenbürger Kiels sei er „ein großes Vorbild“ gewesen.

Schlenzka, in Flensburg geboren und in Kiel groß geworden, diente nach dem Abitur als Offizier in der Kriegsmarine. Von 1946 bis 1982 war er beruflich als Kaufmann im Außendienst tätig. Doch seine ganze Leidenschaft galt dem Segelsport. Schon 1933 trat er in den KYC ein, der damals noch „Kaiserlicher Yachtclub“ hieß. Bei der Eröffnung der Segelwettbewerbe 1936 trug er als 17-Jähriger die Fahne Japans. Von 1974 bis 1983 war er erster Vorsitzender des Yacht-Clubs, dann wurde er Kommodore auf Lebenszeit. 20 Jahre lang, von 1965 bis 1985, wirkte er als Organisationsleiter der Kieler-Woche-Segelregatten. Mit diesem Engagement wurde 1996 seine Ehrenbürgerschaft begründet. Es sei Schlenzka zu verdanken, dass die internationalen Kieler-Woche-Regatten zur größten Segelsportveranstaltung der Welt geworden seien, hieß es damals.

Oberbürgermeister Ulf Kämpfer und Stadtpräsident Hans-Werner Tovar würdigten in einer gemeinsamen Erklärung die Leistungen des Verstorbenen. Die Landeshauptstadt verliere eine herausragende Persönlichkeit. „Er hat Kiel im Bereich des Segelsports geprägt und war als ein wahrer Sportsmann stets ein hervorragender Repräsentant unserer Stadt.“

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Ein Artikel von
Uta Wilke
Redaktion Lokales Kiel/SH

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Es war Anfang 2014, als die Debatte um ein drittes olympisches Spektakel vor Kiel ganz langsam in Fahrt kam. Hamburg spielte mit dem Gedanken an eine Bewerbung, die KN titelten „Kiel träumt wieder von Olympia“ und ließen Zeitzeugen wie Ehrenbürger Otto Schlenzka erzählen, wie das damals denn so war mit den Segelspielen vor Schilksee. Heute, 15 Monate später, hat das Kieler Olympia-Schiff mächtig Tempo aufgenommen und macht eine beachtliche Bugwelle.

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