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Jugendliche suchen nach Lösungen der Flucht

Konferenz in Kiel Jugendliche suchen nach Lösungen der Flucht

Sie brennen für die Debatte und sind fasziniert von Politik: 430 Jugendliche aus Deutschland und dem Ausland simulieren im Kieler Landeshaus drei Tage lang die Arbeit der Vereinten Nationen.

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Susanne Sobottke und Jakob Flemming waren bei der Konferenz in Kiel dabei.

Quelle: Michael Kaniecki

Kiel. Sie sind 15 bis 19 Jahre alt, besuchen die Schule oder absolvieren eine Ausbildung. Doch an diesem Wochenende schlüpfen sie in ganz andere Rollen. Als Diplomaten vertreten sie Staaten bei der UN. Als Vertreter von Nicht-Regierungsorganisationen versuchen sie, die politische Willensbildung in den UN-Gremien zu beeinflussen. Und als Medienvertreter berichten sie über die simulierte Weltkonferenz. Alles ein Spiel? Mitnichten.

Die Jugendlichen haben sich monatelang auf ihre Rollen vorbereitet. Nun arbeiten sie ernsthaft, engagiert und ausdauernd an Problemlösungen. Sollen die Vereinten Nationen den selbsternannten Islamischen Staat bekämpfen? Sind Drohnen eine legitimes Mittel der Kriegsführung? Wie kann man militärisch gegen Schlepperbanden vorgehen?  Debattiert werden diese und andere Fragen nicht aus der persönlichen Perspektive, sondern in einer vorab festgelegten Rolle. „So werden die Teilnehmenden für die spezifischen Anliegen und Probleme eines Landes sensibilisiert und angeregt, Toleranz für fremde Kulturen, Lebens- und Denkweisen zu entwickeln“, erklärt Susanne Sobottke. Die 22-jährige Studentin aus Hamburg hat selbst als Schülerin Model United Nations Schleswig-Holstein teilgenommen. Nun engagiert sie sich in einem 55-köpfigen Team ehrenamtlich für die Vorbereitung und Organisation der Konferenz.   

„Wir bekommen einen Einblick in die Arbeitsweise der Vereinten Nationen und merken, wie schwierig und langwierig es ist, zu einer Entscheidung zu finden, die mehrheitsfähig ist“, sagt Clemens Schade aus Flintbek. Der 19-Jährige baut zurzeit sein Abitur an der Max-Planck-Schule in Kiel, wollte aber nicht auf das „besondere Erlebnis“ im Landeshaus verzichten. So muss er an diesem Wochenende als Delegierter die Interessen Chinas vertreten, und das bedeutet: Er muss im Sicherheitsrat den Blauhelm-Einsatz der Vereinten Nationen gegen den IS verhindern. 

Quelle: Michael Kaniecki

Die simulierte UN-Konferenz findet zum elften Mal in Kiel statt. Sie ist die größte deutschsprachige UN-Simulation und ein Projekt des gemeinnützigen Vereins Deutsche Model United Nations e.V.. Sein Ziel ist es, die politische Bildung von Jugendlichen praxisnah zu fördern. 

Wer an der Konferenz 2017 teilnehmen möchte, kann sich bis Oktober bewerben und drei Wunschstaaten angeben, die er vertreten möchte. Die Teilnahme kostet 60 Euro – für Verpflegung während der Konferenz, Materialien und den Abschlussball am Sonntag. Hinzu kommen für Auswärtige Reise- und Übernachtungskosten.

www.mun-sh.de

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Ein Artikel von
Heike Stüben
Lokalredaktion Kiel/SH

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