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Ostseeanrainerstädte sprechen über Flüchtlinge

Konferenz in Rostock Ostseeanrainerstädte sprechen über Flüchtlinge

Am Ende liege die Verantwortung für die Integration von Flüchtlingen immer bei den Städten und Kommunen. Beispiele für gute Integration tauschten die Ostseeanrainer jetzt in Rostock aus.

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Die Konferenz der "Union of the Baltic Cities" findet in Rostock statt.

Quelle: Bernd Wüstneck/dpa

Rostock. Rostocks Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos) hat dafür plädiert, sich bei der Aufnahme und Integration von Flüchtlingen an Schweden zu orientieren. „Wenn unsere schwedischen Partner sagen, wir können auch gut mit einem Ausländeranteil von 25 Prozent leben, dann können wir Deutsche nicht meinen, dass mit zehn Prozent die deutsche Kultur kaputtgeht“, sagte Methling am Dienstag als Gastgeber der Konferenz der Union der Ostsee-Städte (UBC). Zum Abschluss der Rostocker Konferenz wollen die UBC-Mitglieder am Mittwoch eine Resolution verabschieden.

Die Kommunen und Städte seien am Ende diejenigen, die die Verantwortung dafür tragen, ob eine Integration von Flüchtlingen funktioniere oder nicht, sagte Bernd Hemingway, stellvertretender Generaldirektor des Sekretariats des Ostseerates. „Dies gilt auch für uns Ostseeanrainer.“ Das Gremium, ein Zusammenschluss von Städten aus zehn Staaten, tagt zwei Tage lang in Rostock, um sich über den Umgang im Alltag mit geflüchteten Menschen auszutauschen.

"Integrieren beginnt mit Wohlfühlen"

Kristiansand, eine 86 000-Einwohner-Stadt in Südnorwegen, praktiziert Patenschaften zwischen einheimischen und ausländischen Familien seit November. 70 norwegische Familien hätten sich für das Engagement spontan gemeldet, berichtete Joergen Kristiansen, Vize-Bürgermeister der Stadt, und UBC-Vorstandsmitglied. Im südschwedischen Skane habe der Bürgermeister die Einwohner zum Interreligiösen Dialog eingeladen, als in der Stadt die Antipathie gegen Muslime merklich gestiegen sei. „Integrieren beginnt mit Wohlfühlen, durch Akzeptieren und schließlich durch Arbeit“, sagte Methling.

Es gebe kaum ein Thema, das nicht alle Ostseeanrainer-Städte betreffe: Von alleinreisenden Jugendlichen aus Syrien bis Menschenhandel, sagte Bernd Hemmingway. Aus der Konferenz sollten die Städte die Gewissheit mitnehmen, dass sie alle die gleichen Probleme zu stemmen hätten, sagte Methling.

Gemeinsame Resolution geplant

Den Schutzsuchenden Unterkünfte, Nahrung, Kleidung und Medizin zu stellen sei das eine. Wichtig sei aber auch die Zusammenarbeit zwischen Kommunalpolitik und Nicht-Regierungs-Organisationen, berichteten viele Konferenzteilnehmer. Ohne Freiwilligen-Netzwerke wie „Rostock hilft“ wäre keine wirksame Hilfe für die Flüchtlinge möglich, sagte Methling.

Auch am Mittwoch wollen sich die Teilnehmer aus Dänemark, Estland, Finnland, Lettland, Litauen, Norwegen, Polen, Russland und Schweden, aber auch Greifswald und Kiel, darüber austauschen, welche Rolle Bildungs-, Kultur- oder Sportprojekte spielen können, damit Menschen aus Krisengebieten hier ein neues Leben starten könnten.

Am Ende der Rostocker Konferenz wollen die UBC-Mitglieder eine Resolution verabschieden, in der sie ihre Forderungen an die Regierungen ihrer Staaten niederschreiben: Mehr menschenwürdige Bedingungen für alle Geflüchteten und offene Grenzen in Europa.

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Foto: Weniger Wege führen zum Asyl in Dänemark, trotz anderslautender Schilder. Dieses steht in Sønderborg und bedeutet übersetzt "Asylweg".

In Dänemark hat sich die Zahl neu ankommender Flüchtlinge stark reduziert. Nach Angaben des Integrationsministeriums sank die Zahl von 640 in der ersten Woche 2016 auf derzeit wöchentlich noch rund 100 bis 200 Menschen. Womit der Rückgang der Flüchtlingszahlen genau zusammenhängt, ist unklar.

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