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Neue Inspirationen für die „Alte Mu“

Kongress für Vernetzung Neue Inspirationen für die „Alte Mu“

Der Verein „Alte Mu Impulswerk“ mit seinen darin zusammengeschlossenen rund 40 Kreativ-Initiativen hat Großes vor in Kiel. Ein Konzept für alternatives Wohnen und Arbeiten auf dem Areal der ehemaligen Kunsthochschule am Lorentzendamm gibt es schon.

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Maria, Julia, Emma und Cyntia (v. li.) von der Galerie Seepferdchen zählen zu den Mietern der Alten Mu. Am letzten Septemberwochenende öffnen sich Geschäfte und Initiativen der Öffentlichkeit. Dabei geht es auch um den Aufbau internationaler Kontakte.

Quelle: Jan Köster

Kiel. Am letzten Septemberwochenende soll das Gelände zum „Inspirationsfeld“ dafür werden, diese Utopie ein ganzes Stück näher an ihre Umsetzung zu führen: durch einen Kongress, eine Messe und ein Fest, alles unter dem Motto „Querbeet 2016“.

 Zur Realisierung von Utopien braucht es aber nicht nur gute Ideen, sondern auch Geld. Wie man zum Beispiel an EU-Fördergelder kommen kann, soll vor dem Start des offiziellen Programms zunächst im Rahmen eines Workshops am Donnerstag, 29. September, geklärt werden. Mit dabei sind ganz bewusst internationale Kreativ-Initiativen mit ähnlichen Zielen zum Beispiel aus Malmö (Schweden), Klaipeda (Litauen), Stettin (Polen) oder Kolding (Dänemark).

 „Denn wir sehen uns in Kiel als Brückenkopf zum Aufbau von Kooperationen in den gesamten Ostseeraum hinein“, erklärt „Alte Mu“-Vereinsvorstand Michael Päpke. Die EU fördere den Aufbau solcher internationalen Netzwerke mit teilweise erheblichen Summen. „Auch bei unserem gemeinsamen Antrag geht es um Millionen.“

 Eines der dabei am Freitag, 30. September, bei einem Kongress präsentierten Erfolgsprojekte zeige, dass Millionenförderungen kreativer Initiativen durchaus realistisch sind. Zum Beispiel beim „Holzmarkt“ in Berlin-Friedrichshain, einer Mischung aus Denkfabrik mit angeschlossenem Gründerzentrum für junge Unternehmen, alternativen Wohnformen, Restaurants und Kita. „Rund 50 Millionen Euro hat eine Schweizer Stiftung dafür gegeben“, berichtet Päpke: „Solche Investoren suchen wir auch, europaweit.“

 Die Gäste aus Berlin aber auch aus anderen Städten Deutschlands, Skandinaviens oder dem Baltikum wollen bei dem Kongress am Freitag die Potenziale solcher Kreativ- und Innovationszentren für eine zukunftsfähige Stadt erläutern. Was das für Kiel bedeuten könnte, soll eine Podiumsdiskussion mit Vertretern der Stadt deutlich machen.

 Am Sonnabend, 1. Oktober, öffnet sich die „Alte Mu“ ab 13 Uhr für die breite Öffentlichkeit. Die Initiativen aus Kiel und anderen am Kongress beteiligten Städten zeigen ihre „Denkanstöße zu sozialen, gesellschaftlichen und kulturellen Themen“.

 Als besonderes Highlight des Tages preisen die Veranstalter einen Vortrag der Regisseurin Ines Reinisch über die Entstehung ihres mehrfach ausgezeichneten Films „Wenn ein Garten wächst“ (21 Uhr), der im Anschluss auch in voller Länge gezeigt wird.

 Weil zu einem richtigen Fest neben Speisen wie zum Beispiel Veganes vom Fahrradgrill auch Musik gehört, ist für beides natürlich auch gesorgt. Mit dabei sind unter anderem das Bremer Indie-Elektro-Trio „We had to Leave“, das Rock-Chanson-Duo „Les Maries“ oder der Live-DJ Moritz Rausch („Rauschhaus“).

 Abgesehen von der Vorfreude auf diese erste große öffentlichkeitswirksame Veranstaltung des Vereins haben die rund 40 Initiativen nach den ersten überwundenen Anlaufschwierigkeiten mittlerweile Planungssicherheit. Der von der Stadt im Frühsommer mit der Verein „Alte Mu Impulswerk“ geschlossene Untermietvertrag beinhaltet eine bezahlbare Monatsmiete (inklusive Betriebs- und Verwaltungskosten) von insgesamt rund 4000 Euro für die genutzten 3470 Quadratmeter. Der Mietanteil der Initiativen richtet sich nach ihrer finanziellen Leistungsfähigkeit.

 Der Mietvertrag hat allerdings eine begrenzte Laufzeit von zwei Jahren. Dann soll die dem Land gehörende Immobilie verkauft werden. An wen und für welchen Zweck genau, ist völlig offen. Die Stadt favorisiert die Schaffung von innerstädtischem Wohnraum.

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Ein Artikel von
Jürgen Küppers
Lokalredaktion Kiel/SH

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