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Rudern gegen Krebs

Kooperation in Kiel Rudern gegen Krebs

Am Donnerstagmorgen begann auf der Förde das Patientenrudern, das im Rahmen des Projekts „Sport und Krebs“ von der Stiftung Leben mit Krebs umgesetzt wird. An der Kooperation beteiligt sind das Städtische Krankenhaus Kiel (SKK) und die Kieler Rudervereine RG Germania und Erster Kieler Ruder-Club.

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Schlag für Schlag für ein gutes Gefühl im Alltag – trotz einer Krebserkrankung. Das Patientenrudern wird im Rahmen des Projekts Sport und Krebs in Kooperation mit dem Städtischen Krankenhaus Kiel und den Kieler Rudervereinen RG Germania und Erster Kieler Ruder-Club umgesetzt.

Quelle: Frank Peter

Kiel. Ruhig liegt sie nicht gerade da, die Kieler Förde. Kräftiger Wind aus südwestlicher Richtung sorgt dafür, dass das Wasser gegen die Kaimauern der Kiellinie peitscht. Und dennoch sieht man am Donnerstagmorgen unweit der Reventloubrücke Menschen, die vom Steg aus vorsichtig Boote zu Wasser lassen, um auf der Förde rudern zu gehen.

Was die Bootsinsassen verbindet, ist das sogenannte Patientenrudern. Dabei engagieren sich Mitglieder der RG Germania ehrenamtlich, indem sie regelmäßig mit Krebskranken rudern gehen. Neben dem Wassersport bietet das Projekt ehemaligen und aktuell an Krebs Erkrankten unabhängig von ihrem Behandlungsort die Möglichkeit, auch an anderen Sportangeboten wie Funktionsgymnastik, Pilates oder Nordic Walking teilzunehmen. Diese finden im Städtischen Krankenhaus statt, wo die Teilnehmer von Sporttherapeutin Astrid Schulz und Physiotherapeut Thomas Wessolowski betreut werden. „Diese Angebote sind kostenlos“, erklärt Wessolowski, „lediglich bei der medizinischen Trainingstherapie sowie der Aquafitness müssen die Teilnehmer einen geringen Eigenanteil leisten.“

Sport erleichtert auch die Therapie

Der alte Leitspruch „Sport ist gut für die Gesundheit“ gilt in gleichem Maße auch für Krebskranke. „Studien zeigen, dass Patienten, die kontinuierlich Sport treiben, beispielsweise die Chemotherapie deutlich besser verkraften und weniger Medikation benötigen“, stellt Stiftungsvorstand Claus Feucht die Bedeutung der körperlichen Bewegung im Rahmen der Sporttherapie heraus. „Außerdem ist es für die Patienten ein gutes Gefühl, während der Therapie selbst aktiv zu werden“, so Feucht. Das sieht auch Thomas Teich so. Der 64-Jährige berichtet davon, früher ein Individualist gewesen zu sein und erst durch seine Krebserkrankung vor drei Jahren zum Mannschaftssport Rudern gekommen zu sein. „Ich habe dann festgestellt, dass ich mit meiner Erkrankung beim Rudern überhaupt keine Probleme habe und es mir im Alltag besser geht“, erklärt Teich, der regelmäßig beim Patientenrudern dabei ist.

Für die Onkologie-Patienten ist das Rudern allerdings nicht nur Therapieform, sondern auch Training. Schließlich starten sie ebenso wie viele weitere Teilnehmer bei der Benefiz-Regatta „Rudern gegen Krebs“, die am Sonnabend, 4. Juni, ab 10 Uhr bereits zum siebten Mal entlang der Kiellinie stattfindet. Im vergangenen Jahr bewältigten über 60 Teams die 300 Meter lange Strecke. Im Juni wird mit dem Schleswig-Holsteinischen Ministerpräsidenten Torsten Albig auch der Schirmherr der Veranstaltung in einem der Gig-Doppelvierer Platz nehmen. „Herr Albig hat am Sonnabend seine erste Trainingsstunde“, verrät Mitorganisator Uwe Zwingmann. Doch was für den Ministerpräsidenten gilt, gilt auch für alle anderen, die gemeinsam mit Freunden, Verwandten oder Kollegen an der Regatta teilnehmen wollen, aber noch über keinerlei Rudererfahrung verfügen. Denn für die Startgebühr von 300 Euro – 200 Euro Spende, 100 Euro Kostenbeitrag – erhalten die Teilnehmer bei Bedarf drei Trainingseinheiten von einem Mitglied der RG Germania. Die eingenommenen Gelder kommen in vollem Umfang dem Projekt „Sport und Krebs“ zugute.

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