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Kiel will näher ans Umland rücken

Kooperationsvereinbarung Kiel will näher ans Umland rücken

Kiel setzt auf ein neues kommunales Bündnis mit etwa 80 Gemeinden in der Förderegion. Nach dem einstimmigen Votum im Wirtschaftsausschuss gilt die Zustimmung zu der Kooperationsvereinbarung in der Ratsversammlung als sicher. Demnach will man sich bei Themen wie Wohnen und Schulen stärker abstimmen.

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Eine neue Vereinbarung zwischen Kiel und Gemeinden in der Förderegion setzt auf Kooperation statt Konkurrenzdenken. In Kiel stimmte ihr der Wirtschaftsausschuss einmütig zu.

Quelle: Matthias Friedel

Kiel.  Dem Papier haben bereits viele politische Gremien wie in Heikendorf und Mönkeberg zugestimmt, in anderen stehen die Beratungen noch aus. Ende November ist die feierliche Unterzeichnung geplant. Die Beteiligten versichern in der Vereinbarung demnach, in der Förderegion „für gemeinsame Ziele konstruktiv auf Augenhöhe und ohne Konkurrenzbefürchtungen zusammenzuarbeiten“: Das flächenarme Kiel kann das Problem, dass ihm Raum für Wohnungsbau und Gewerbe fehlt, „ohne ein starkes Umland“ nicht lösen. Das Umland wiederum benötigt ein starkes Oberzentrum, „um im immer globaleren Wettbewerb als Teil der Region attraktiv zu bleiben“.

Das Ziel: Synergieeffekte zu ermitteln und verbindliche Kooperationsmöglichkeiten bei Themenfeldern wie Wohnraumentwicklung, gemeinsames Flächenmarketing, besserer ÖPNV sowie bei Kinderbetreuungs- und Schulangeboten zu entwickeln. Einmal im Jahr soll dazu eine Vollversammlung der jeweiligen Spitzen der Kommunen den Kurs bestimmen, eine Steuerungsgruppe auch unter Beteiligung der Landesplanung den Arbeitsprozess vorantreiben.

Die auf vorerst drei Jahre befristete Vereinbarung lässt die Planungs-, Projekt- und Finanzhoheit jeder Gemeinde unberührt, greift auch nicht in Zuständigkeiten der Kreise oder des Landes ein. Trotzdem soll das Ganze mehr als ein nettes Kaffeetrinken sein, meint Kämpfer. „Wir haben das Selbstbewusstsein, als Verbündete eigene Positionen zu entwickeln und mit einer gemeinsamen Stimme gegenüber dem Land zu sprechen.“ Erleichtert wird das Zusammenrücken, weil sich Lösungen für zwei viele Jahre alte, gravierende Streitpunkte zwischen Kiel und den Nachbarn abzeichnen: Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer versicherte, dass man bei Verhandlungen über die Zukunft des Einkaufzentrums Ostseepark in Schwentinental als auch über die Abwasserbeseitigung von 19 Gemeinden durch Kiel  "auf der Zielgeraden" sei.

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