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Kastration gegen Katzenelend

Tierschutz Kastration gegen Katzenelend

Als Gemeinschaftsprojekt von Tierschutzverbänden, Tierärzteschaft, Kommunaler Familie, Landesjagdverband und Land können ab Montag, 17. Oktober, wieder freilebende Katzen in Schleswig-Holstein kostenlos kastriert werden.

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Vor allem junge, freilebende Katzen leiden an Krankheiten und Mangelernährung.

Quelle: Karina Dreyer

Kiel. Voraussetzung ist, dass von denjenigen, die eine Katze zur Kastration bringen, ein dafür vorbereiteter Vordruck ausgefüllt und unterschrieben wird, dass es sich um eine freilebende Katze handelt. Die Kosten werden dann in voller Höhe übernommen: 25 Euro durch Honorarverzicht des durchführenden Tierarztes und 50 bzw. 100 Euro Restkostenübernahme durch einen von der Tierärztekammer S-H verwalteten Fonds, je nachdem, ob es sich um einen Kater oder eine weibliche Katze handelt. Die freilebenden Katzen müssen nach der Kastration wieder an der Stelle des Fangs ausgesetzt werden. Die Kastrationsaktion ist bis zum 11. November 2016 geplant, sofern die finanziellen Mittel bis dahin ausreichen.

Hintergrund des landesweiten Vorgehens gegen Katzenelend ist, dass die Zahl freilebender Katzen kontinuierlich steigt. Auf der Suche nach Nahrung werden sie nicht immer fündig, ein Teil der Tiere ist krank oder verletzt. Der viele Nachwuchs der Katzen wird krank geboren und leidet oft unter Mangelernährung, Parasitenbefall und Infektionen.

Herbst ist die sinnvollste Zeit zur Kastration

Das Landwirtschaftsministerium hat im Haushalt 2016 einen Betrag von 200.000 Euro für die Kastration freilebender Katzen bereitgestellt. Der Deutsche Tierschutzbund gibt 20.000 Euro, der Landestierschutzverband Schleswig-Holstein 10.000 Euro dazu. Private Katzenhalter werden aufgerufen, ihre Tiere eigenverantwortlich kastrieren zu lassen. Der Zeitraum Mitte Oktober bis Mitte November ist aus biologischer Sicht der sinnvollste Zeitraum dafür.

Pilotprojekt Katzenelend

Von Herbst 2014 bis einschließlich Herbst 2015 wurden in Schleswig-Holstein im Rahmen des Pilotprojektes gegen Katzenelend bereits in drei Aktionen insgesamt 7.428 Katzen nach den Abrechnungen der Tierärztekammer kastriert. Mit 63,8 Prozent handelte es sich dabei überwiegend um freilebende Katzen (4.741 Tiere) - und zwar um gut 60 Prozent weibliche Tiere und rund 40 Prozent Kater. Das Pilotprojekt war durch das Zusammenwirken von Kommunen (vertreten durch die Kommunalen Landesverbände), Land, Tierschutzverbänden, Tierärzteschaft und Landesjagdverband erst möglich geworden.

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Ein Artikel von
KN-online (Kieler Nachrichten)

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