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Russee hat ein „Katzenproblem“

Kot in Sandkisten Russee hat ein „Katzenproblem“

Hunde sind keine Katzen. Das klingt banal, hat aber die durchaus nicht banale Konsequenz, dass Nachbars Katzen im eigenen Garten grundsätzlich geduldet werden müssen. Im Ortsbeirat Russee riefen diese und andere Auskünfte zum Thema Katzen am Dienstagabend nicht nur Begeisterung hervor.

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Katzen fühlen sich erkennbar wohl im Grünen. Die betroffenen Nachbarn allerdings nicht unbedingt.

Quelle: Martin Geist

Kiel. Anlass der Beratung war eine Wortmeldung von CDU-Ortsbeiratsmitglied Sven Plaumann, der wegen der Verunreinigung von Sandkästen und der nach seiner Wahrnehmung auffällig dezimierten Zahl von Singvögeln die Möglichkeit ins Spiel gebracht hatte, streunenden Problemkatzen mit dem Jäger ans Fell zu rücken. Selbstverständlich habe er nicht damit gemeint, dass einfach so in den Gärten herumgeballert werden solle, stellte Plaumann am Dienstag klar. Er habe – auch aufgrund von Beschwerden anderer Personen – allein darauf hinweisen wollen, dass es im Wohngebiet Russeer Forst und wohl auch andernorts ein „Katzenproblem“ gebe. Hundehaltern würden eindeutige Pflichten auferlegt, „aber eine Katze darf machen, was sie will“, formulierte er sein Anliegen. Nicht mehr lustig sei das spätestens dann, wenn – wie im Russeer Forst – die Sandkiste eines öffentlichen Spielplatzes durchsetzt mit Katzenkot sei und zudem der Sand nie ausgetauscht werde.

Am Ende der Sitzung war Plaumann auch nicht fröhlicher, denn in der Tat gilt es nach allen Auskünften, die der Ortsbeiratsvorsitzende Winfried Jöhnk eingeholt hat, weitgehend mit den Eigenarten der Katzen zurechtkommen zu müssen. Rein theoretisch, so heißt es im Grünflächenamt, darf auf wildernde Katzen geschossen werden, wenn der Schauplatz mehr als 200 Meter vom nächsten Haus entfernt liegt. Ganz praktisch habe man das den sechs Jagdausübungsberechtigten in Kiel aber „strikt untersagt“, weil dies einen „Sturm der Entrüstung“ hervorrufen würde. Was alles im Übrigen genauso für Hunde gelte. Sandkisten und Spielplätze werden außerdem nach Darstellung der Stadt wöchentlich kontrolliert, „gelegentlicher Dreck“ werde umgehend entfernt.

Säuberung der Stadt soll geprüft werden

Elisabeth Haase vom Kieler Tierschutzverein findet Katzenkot in Sandkisten nach eigenen Worten ebenfalls „sehr unappetitlich“. Jede Menge Gerichtsurteile besagen nach ihren Kenntnissen jedoch, dass fremde Katzen im eigenen Garten geduldet werden müssen, sofern der Nachbar nur eine oder zwei davon hat. Verursachen sie Schäden, müssen diese vom Besitzer zwar ersetzt werden, die Überführung des jeweils schuldigen Stubentigers fällt aber meist schwer.

Richtig ist aus Haases Sicht auch, dass Katzen Vögel fangen. „Sie rotten sie aber nicht aus“, betonte sie. Eichhörnchen, Raubvögel und nicht zuletzt Menschen, seien viel gefährlicher für Singvögel. Elisabeth Haases Fazit: „Dieses Problem werden Sie nie lösen können.“

Unzufrieden zeigte sich Sven Plaumann vor allem mit den Auskünften aus dem Rathaus. Dass kommunale Sandkisten wöchentlich kontrolliert und bei Bedarf gereinigt werden, bezeichnete er als „glatte Lüge“. In besagtem Kasten im Russeer Forst fänden sich wöchentlich „mindestens zehn Granaten“, konterte er. Er kündigte an, von jetzt an penibel darauf zu achten, dass die Stadt ihre Zusagen einhält und auf dem Spielplatz entsprechend tätig wird.

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