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„Wir machen Lärm für eine gute Sache“

Krach-Mach-Tag 2016 „Wir machen Lärm für eine gute Sache“

Als Rehman Gova im Landeshaus mit „I feel good“ loslegte, klang das wie ein Weckruf. Und alle auf der Pressekonferenz fühlten, wozu der Krach-Mach-Tach gut sein soll. „Menschen mit und ohne Behinderungen gehören zusammen“, erläuterte Dr. Ulrich Hase, Landesbeauftragter für Menschen mit Behinderung.

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Auf der Pressekonferenz zum Krach-Mach-Tach 2016.

Quelle: Christian Trutschel

Kiel.  „Inklusion meint eine Gesellschaft der Vielfalt. Wir machen Krach für eine gute Sache. ’Uns gibt es auch!’ soll der Krach sagen.“

 Zwar hebt sich dieses Konzept nicht wesentlich ab von dem Bestreben extrem lauter Motorrad- und Sportwagenfahrer, die bevorzugt Fußgänger an der Andreas-Gayk-Straße oder auf der Holstenbrücke erschrecken, aber sie ist erfolgreich. Der Krach-Mach-Tach genießt einen Ruf als größter inklusiver Umzug in Deutschland und ist in diesem Jahr zum sechsten Mal auf der Kieler Woche vertreten. Mit zwei Komponenten: einer Parade durch die Innenstadt, bei der Menschen mit und ohne Handicap mit selbst gebauten Instrumenten möglichst laut unterwegs sein werden, und mit einem Talentwettbewerb für Bands auf der Jungen Bühne Kiel.

 Ulrich Hase und Sven Picker, der stellvertretende Landesvorsitzender des Sozialverbands Deutschland, Landesverband Schleswig-Holstein e.V., riefen gestern im Landeshaus Menschen mit und ohne Behinderung zum Mitmachen auf – sowohl bei der Parade als auch beim Band Contest. Die erstplatzierte Band und die in Bezug auf kreative Performance erfolgreichsten Krach-Macher erhalten bei der Siegerehrung Preise in Höhe von bis zu 1000 Euro.

 Auch die Black Lions mit ihrem Sänger Rehman Gova, die bei der Pressekonferenz das erste und das letzte Wort hatten, werden beim Song Contest um den Sieg kämpfen. Erst anderthalb Jahre alt, entwickelten sich die Schwarzen Löwen aus einem offenen musiktherapeutischen und –pädagogischen Angebot in den (miteinander) kooperierenden Preetzer und Grebinsrader Lebenshilfe-Werkstätten. Die musikalische Leitung liegt bei Margarete Schicht und Jan Kock. „Wir bringen nach Möglichkeit auch unsere Musikschüler hinzu“, sagte Schicht. Die Band habe sich den Namen selbst gegeben, die meisten Mitglieder hätten sich für das Keyboard entschieden.

 Anmeldefristen für den Krach-Mach-Tach 2016 laufen noch: für den Band Contest bis Anfang Juni – entweder soll der Lied-Text der teilnehmenden Gruppe inklusiven Charakter haben, oder die Gruppe selbst ist inklusiv; und für die Parade, bis kurz vor dem 24. Juni. „Jeder ist willkommen, auch die, die früher schon Krach gemacht haben, und alle, die zeigen wollen: Ich bin solidarisch mit Euch“, sagte Hase. Bisher gebe es knapp 500 Anmeldungen zur Parade, etwa so viele wie im Vorjahr.

 Neu ist in diesem Jahr die Streckenführung des Umzugs der Krach-Macher. Am (Freitag) 24. Juni ab 13 Uhr geht es vom Wilhelmplatz über die Eckernförder Straße und die Möllingstraße, die Rathausstraße bis zur Jungen Bühne im Ratsdienergarten – geplante Ankunft dort: 14 Uhr.

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