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Die Stadt will Nägel mit Köpfen machen

Kreativwirtschaft Die Stadt will Nägel mit Köpfen machen

Die kreative Arbeit von Künstlern, Software-Entwicklern oder Designern soll in Kiel nicht länger nur im Verborgenen vonstatten gehen. Nach einem einstimmig verabschiedeten interfraktionellen Antrag von SPD, Grünen, SSW, CDU und FDP soll die Verwaltung die Förderung der Kreativwirtschaft mit Nachdruck vorantreiben.

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Ganz neu in der Alten Mu sind (von links) Maria, Julia, Emma und Cyntia von der Galerie Seepferdchen, in der unter anderem Produkte aus den Werkstätten und Kunsträumen der Alten Mu ausgestellt und verkauft werden.

Quelle: Kerstin Tietgen

Kiel. Der Antrag nennt sowohl Ziele stärkerer Vernetzung kreativer Initiativen als auch die zu fördernden Kreativ-Standorte in Kiel. Dazu zählen die Bereiche Gaarden, das Quartier um die Muthesius-Kunsthochschule (einschließlich „Alte Mu“), das Anschargelände plus Marinequartier in der Wik, das Umfeld der Fachhochschule in Dietrichsdorf sowie der Wissenschaftspark mit Anbindung an die Kieler Universität.

Zu den wichtigen in Kiel vertretenen Kreativ-Branchen zählen laut Antrag die Sparten Design, Digitale Wirtschaft sowie Bildende Kunst. Schon heute lieferten diese Bereiche wichtige Beiträge zur internationalen Bekanntheit Kiels. Nun gelte es, diese Potenziale auch für die (wirtschaftliche) Entwicklung Kiels zu nutzen.

Ratsfraktionen begrüßen Initiative

Gesteuert werden sollen die Aktivitäten von einem Fachbeirat mit Vertretern aus Verwaltung, städtischer Wirtschaftsförderung (Kiwi), Hochschulen und Ratsversammlung. Dabei geht es vor allem um Beschaffung von Fördermitteln sowie die Beratung von Existenzgründern aus dem Bereich der Kreativwirtschaft. Ihnen soll die Kiwi auch bei der Vermittlung von leerstehenden Räumen für eine Zwischennutzung behilflich sein.

Die Ratsfraktionen begrüßten die Initiative übereinstimmend. „Zu allen wichtigen Zukunftsfragen einschließlich zu solchen der Stadtgestaltung könnte uns die Kreativwirtschaft wichtige Denkanstöße geben“, begründete Ratsherr Dirk Scheelje (Grüne) den Hintergrund des Antrags. Zudem sei es erfreulich, dass der Beschluss von allen Fraktionen getragen werde und damit Gewicht erhalte.

Auch SPD-Ratsfrau Özlem Ünsal freute sich über den „politischen Schulterschluss“ zur Einleitung eines „spannenden“ Prozesses, für den bereits 40000 Euro zur Verfügung stünden. Wichtig sei, dass auch die Kiwi mit im Boot sei, um die wirtschaftlichen Aspekte des Prozesses mit im Auge zu behalten.

Ein "Mammutprogramm"

Solche wirtschaftsfördernden Aspekte hielt auch CDU-Fraktionschef Stefan Kruber für unerlässlich. Langfristig müsse die Unterstützung der Stadt auch zu Existenzgründungen führen, die auch ohne Hilfestellungen der Stadt auskommen können. „Schließlich wollen wir keine Hobbykeller öffentlich-rechtlich finanzieren.“ Dazu gehöre auch, dass Räume nur für eine Zwischennutzung zur Verfügung gestellt werden: „Denn letztlich geht es um die Generierung von Wachstumspotenzial und nicht darum, dass sich Kreative auf Dauer bequem einrichten können.“

Kiels Bildungsdezernentin Renate Treutel bezeichnete die jetzt auf den Weg gebrachte Initiative als „Mammutprogramm“, an dem gleich mehrere Dezernate (Bildung, Bau, Wirtschaft) beteiligt seien. Schon jetzt sei der Entwicklungsprozess durch zahlreiche Anfragen aus der Kreativwirtschaft zu Förderungen und Räumen gut angelaufen.

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Ein Artikel von
Jürgen Küppers
Lokalredaktion Kiel/SH

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