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Kreative brauchen mehr Anschub

Kreativwirtschaft Kiel Kreative brauchen mehr Anschub

Kommunales Kümmern um die Kreativwirtschaft ist derzeit angesagt. Auch in Kiel. Durchaus Potenziale werden dabei Gaarden mit seiner kulturellen Vielfalt und seiner großen Zahl an Lebenskreativen zugetraut. Wirklich am Durchstarten ist der Stadtteil aber offenbar noch nicht.

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Margarita Schmal befasste sich in ihrer Masterarbeit mit der Kreativwirtschaft in Gaarden. Ihr Fazit: Es fehlt an der „kritischen Masse“.

Quelle: Martin Geist

Gaarden. Befinden und Befindlichkeit der Branche in Gaarden hat Margarita Schmal ausgelotet. In ihrer Masterarbeit fürs Studium der Stadt- und Regionalentwicklung machte sie immerhin 64 Unternehmen aus, die auf kreative Weise Umsatz machen. 14 davon sind in der Werbung tätig, neun in der Architektur, ebenfalls neun in der Software- und Gaming-Industrie und acht im Design. Ungefähr die Hälfte dieser Betriebe hat sich dabei gezielt in Gaarden angesiedelt. Günstige Mieten, das lebendige Klima sowie die Möglichkeit, in zentraler Lage zu leben und zu arbeiten, geben oft den Ausschlag für die Wahl dieses Standorts. Weniger zufrieden sind die Kreativen derweil mit der Gastronomie und dem Freizeitangebot. Und auch der Einzelhandel wäre aus ihrer Sicht ausbaubar.

Speziell befasst hat sich Margarita Schmal mit der Frage, ob die Kultur- und Kreativwirtschaft als Motor zur Entwicklung eines benachteiligten Gebietes wie Gaarden taugt. Im Prinzip schon, lautet die Antwort, doch es fehlt nach Einschätzung der Verfasserin an der „kritischen Masse“. Will heißen: Erst wenn die Szene eine gewisse Dimension erreicht hat, ist sie in der Lage, Straßenzüge oder sogar ganze Quartiere so zu prägen, dass quasi von alleine immer mehr dazukommt.

Ein reine Frage der Zahl ist das aber nicht, denn es geht auch um Sichtbarkeit. Und die sei „schlecht bis sehr schlecht“ gegeben, meinten die online befragten Unternehmer. Schwerpunkte gibt es demnach zwar in der Werft- und Werftbahnstraße sowie mit dem Restaurierungszentrum in der Kaiserstraße, ansonsten ist die Landschaft aber sehr zersplittert. Erschwert wird dadurch auch die Vermarktung des Standorts insgesamt, lautet ein Ergebnis der Masterarbeit.

Margarita Schmals Fazit: Die Kreativwirtschaft ist für Gaarden „derzeit ein Impulsgeber“, kann aber nur mit Unterstützung von außen zum Motor werden. Gefordert sind aus ihrer Sicht Verwaltung, Politik, Immobilienwirtschaft und auch Hochschulen. Vorgeschlagen wird außerdem der Aufbau eines Kompetenzzentrums, das sich um Ansiedlungswillige kümmert sowie als Sprachrohr und vernetzendes Organ wirkt oder Coaching anbietet.

An diesen Ideen scheint etwas dran zu sein, denn unabhängig von Margarita Schmals Untersuchung gründete sich Ende August vergangenen Jahres der genau diesen Zielen verbundene Kultur- und Kreativrat Gaarden. Erste Projekte sind laut Dirk Hoffmeister vom Künstlerverein K34 in Arbeit und widmen sich beispielsweise der Förderung von Kreativen mit ausländischen Wurzeln. Allerdings, so betonte seine Mitstreiterin Sabine Leonhardt, stoße das Ganze auch an objektive Grenzen. Sämtliche Mitglieder des Kreativrats seien bereits anderweitig ehrenamtlich aktiv und nicht beliebig weiter belastbar. Also müsse man „irgendwie versuchen, das zu finanzieren.“

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