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Eine Adresse in schweren Zeiten

Krebsgesellschaft SH Eine Adresse in schweren Zeiten

Eine Krebserkrankung kann eine Familie emotional und finanziell aus dem Gleichgewicht bringen. Allein die Fahrten zur Klinik werden für Angehörige zum Problem. Seit fünf Jahren hilft die Krebsgesellschaft Schleswig-Holstein mit einer Wohnung in der Annenstraße, die von neun Ehrenamtlern betreut wird.

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Seit fünf Jahren betreut die Schleswig-Holsteinische Krebsgesellschaft in der Annenstraße 74 Angehörige von Krebspatienten. Das kleine Jubiläum feierten die beiden ehrenamtlichen Betreuerinnen Marion Hal (rechts) und Jutta Groenhagen (links) mit Vertretern der Gesellschaftt: Schirmherrin Harriet Heise, Geschäftsführerin Katharina Papke (Mitte) und dem stellvertetenden Vorsitzenden Prof. Peter Dohrmann.

Quelle: Karina Dreyer

Kiel. Als Jutta Groenhagens Mann an Leukämie erkrankte, gab es eine solche Wohnung noch nicht. Sie fuhr täglich zur Klinik, um ihn zu besuchen. „Manchmal wusste ich aber nicht, wie ich den Tag überstehen oder abends aus der Klinik nach Hause fahren sollte, weil ich mich unter dem Druck nicht konzentrieren konnte. Das war manchmal schon lebensgefährlich“, erzählt sie. In dieser Zeit hat sie viel Hilfe erfahren und gibt das nun seit fünf Jahren zurück: Sie ist einen Tag in der Woche in der Angehörigen-Wohnung, um zu helfen. Wie auch Marion Hahl, die seit März dabei ist. „Wir checken ein, informieren und erklären die Wohnung. Ganz wichtig sind auch die Gespräche, weil es manchmal einfach nur gut tut, über seine Ängste reden zu können“, erklärt sie.

 Vor fünf Jahren wurde die 85 Quadratmeter große Wohnung in der Annenstraße für Angehörige von Krebspatienten der Kieler Kliniken angemietet. Ihnen steht die Wohnung kostenlos zur Verfügung, denn die jährlichen Kosten von rund 18000 Euro werden über Spenden finanziert. Die drei Zimmer, ein Einzel- und zwei Doppelzimmer wurden in den fünf Jahren für rund 1200 Übernachtungen genutzt, allein im vergangenen Jahr 297 Mal.

 „Der Idealfall wäre eine solche Wohnung direkt an der Klinik, aber das ist nicht möglich“, erklärt Prof. Peter Dohrmann, stellvertretender Vorsitzender der Krebsgesellschaft. Sie sei aber sehr wichtig, „weil man einen Ort braucht, an dem man in einer solchen Zeit bleiben kann, besonders für Angehörige, die von außerhalb kommen“, sagt er. Den Ärzten und dem Klinikpersonal sei die Wohnung bekannt, es sei aber immer noch notwendig, dafür zu werben. Seit einem Jahr gibt es eine ähnliche Wohnung in Lübeck. „Der Bedarf ist gedeckt, manchmal steht die Wohnung leer, manchmal bräuchten wir doppelt so viel Platz“, erklärt Geschäftsführerin Katharina Papke.

 Viele der Gäste kommen auch aus dem Ausland und können sich eine Unterkunft nicht leisten, möchten aber trotzdem den geliebten Menschen während der Therapie begleiten und unterstützen. Und zudem ist es auch wichtig, dass man in einer heimeligen Atmosphäre auf Menschen mit Verständnis trifft – und nicht allein im Hotel sitzt. Doch um diesen Stützpunkt aufrecht zu erhalten, sind weiter Spenden nötig. Um die bittet die Krebsgesellschaft ebenso wie um die Hilfe ehrenamtlicher Mitarbeiter.

 Mehr Infos: www.krebsgesellschaft-sh.de

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