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Wohnraum und Katzheide wichtiger als Olympia

Kreisparteitag der Linken Wohnraum und Katzheide wichtiger als Olympia

Die Linken machen mobil gegen Olympia 2024 in Kiel. Auf dem Kieler Kreisparteitag sagten die Mitglieder einstimmig nein zur Bewerbung für die Segelwettbewerbe. In den nächsten Wochen planen sie, 20000 Faltblätter und 400 Plakate stadtweit zu verteilen, um dem Großereignis des Spitzensports die rote Karte zu zeigen. Ihr Hauptargument: das unkalkulierbare Kostenrisiko für die Stadt.

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Klare Position: Die Kieler Linken sagen einstimmig nein zur Kieler Olympia-Bewerbung.

Quelle: Thomas Eisenkrätzer

Kiel.  Es werde viel Geld verbrannt, was die Stadt an anderer Stelle dringend brauche, wie etwa für die Beschaffung bezahlbaren Wohnraums und die dauerhafte Sicherung des Freibades Katzheide.

 Schon der Titel des Leitantrages, der zur Richtschnur für die Landesposition der Linken werden soll, signalisierte, warum die Linken das Bekenntnis aller anderen Ratsfraktionen für Kiels Bewerbung nicht teilen: „Breitensport statt Spitzensport“ und „Katzheide statt Olympia“. Breitensport sichere allen eine aktive Teilhabe an der Gesellschaft und überwinde vielfältige Barrieren, argumentierte der frühere Ratsfraktionschef Florian Jansen. Daher solle er vorrangig gefördert werden. Zwar haben nach Ansicht von Björn Thoroe auch der Spitzensport und damit verbundene Großereignisse ihre Berechtigung, doch nur dann, wenn nicht wie bei Olympia die Profitmaximierung im Vordergrund steht: Die Pläne nutzten auch nicht dem Segelstandort, warf Thoroe als leidenschaftlicher Segler ein: Würden sie realisiert, bedeute dies weniger Parkplätze, ein kleineres Hafenvorfeld und den Wegfall des Campingplatzes. Korruption und die massive Einschränkung von Bürgerrechten während der zwei Wochen setzten die Linken ebenfalls auf die Negativ-Agenda. Der Olympia-Gedanke von Völkerverständigung und einem Treffen der Jugend aus der ganzen Welt sei eine „tolle Sache“, meint Jansen: „Aber bei Olympia vermisse ich diesen Olympia-Gedanken massiv.“

 Die Diskussion über den Leitantrag geriet auch bei anderen Rednern zum Bekenntnis für die soziale und integrative Bedeutung des Gaardener Freibades Katzheide, dessen Dauerbetrieb über die nächsten drei Jahre hinaus die Linken trotz des jüngsten Ratsbeschlusses nicht gesichert sehen. Während die Stadt noch im Frühjahr eine Sanierung des Freibades für 750000 Euro als unbezahlbar dargestellt habe, habe sie nur wenig später fast die gleiche Summe für die Olympia-Kampagne bereitgestellt, ist im Antrag zu lesen. Von den etwa 20 Teilnehmern gab es viel Beifall für diese Argumentation. Nur ein älterer Mann enthielt sich später bei der Abstimmung, weil er es nicht richtig fand, Katzheide und Olympia gegeneinander auszuspielen. Die Stoßrichtung des Antrags sei zwar gut, warf Rainer Beuthel, Sprecher der Linken im Kreis Rendsburg-Eckernförde, ein, sprach aber von einer zu grobschlächtigen Argumentation.

 Einstimmig ging auch der Antrag des Kreisvorstandes zur Flüchtlingspolitik durch: Darin fordern die Linken kostenfreie Sprachkurse für alle Geflüchteten, mindestens 100 kostenlose Fährtickets der Stena-Line sowie die Beschlagnahmung leer stehender Wohnungen und Hallen für die Unterbringung.

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Ein Artikel von
Martina Drexler
Lokalredaktion Kiel/SH

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