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Kleingärtnern blüht neuer Ärger

Kreisverband Kiel Kleingärtnern blüht neuer Ärger

Die Umlage der Pacht auf alle 26 Kleingartenvereine des Dachverbandes sowie die Erhöhung dieses Nutzungsentgeltes sorgten für rege Diskussionen bei der Jahresversammlung des Kleingärtner-Kreisverbandes Kiel. Dort wurde für den aus gesundheitlichen Gründen zurückgetretenen Hans Jelen Gert Rehse zum neuen stellvertretenden Vorsitzenden gewählt.

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Der neue stellvertretende Vorsitzende Gert Rehse (63, links) und der Vorsitzende Werner Müller treiben auch die Aufstellung eines Kleingartenentwicklungsplans voran.

Quelle: Gunda Meyer

Kiel. Der neue Generalpachtvertrag, den der Kreisverband Ende 2013 mit der Stadt geschlossen hat, sieht seit der Saison 2014 vor, dass der Kleingartenverband sämtliche Pachteinnahmen an die Stadt Kiel weiterleitet und diese dann dem Verband einen Teilbetrag zurückzahlt, damit Leistungen an den Gärten vorgenommen werden können. Mit den Zahlungen an die Stadt liegt der Verband nun im Rückstand: 117000 Euro stehen noch für das Jahr 2014 aus, und bereits am 1. Mai sind weitere 297 000 Euro für die erste Rate 2015 fällig.

 In einem Schreiben an den Verband fordert Kiels Bürgermeister Peter Todeskino die Kleingärtner auf, ihre Eigenleistungen zu erhöhen, um Kosten für Fremdfirmen zu reduzieren. Zudem verlangte er eine vollständige Umlage der Pacht auf alle Vereine des Verbandes, was bisher nicht geschehen sei. „Die Kosten können unsere Vereine nicht tragen“, argumentierte der bei der Versammlung in seinem Amt bestätigte Verbandsvorsitzende Werner Müller. Säumige Mitglieder und Leerstände würden dies bedingen. Rund zehn Prozent der Kleingärten stünden derzeit leer.

 Der Vorstand kritisierte, dass an ihn von städtischer Seite viele Aufgabenkataloge mit einer Frist, bis wann diese Maßnahmen durchgeführt sein müssen, gerichtet werden. „Die Stadt vergisst gerne, dass wir das alles ehrenamtlich machen“, so Rehse. Der Vorstand will aber nicht nur diesbezüglich mit der Stadt noch einmal in den Dialog treten. Für die im Pachtvertrag festgehaltenen Dienstleistungsflächen mit Teichen und weiteren Grünflächen, die an die Kleingartenkolonie angrenzen, soll der Verband auch zahlen. „Wir wollen aber nur für die Parzellen und Gemeinschaftsflächen zahlen, die wir nutzen“, so Müller. Auf Anfrage unserer Zeitung stellte Todeskino klar, dass in den von dem Verband unterzeichneten Generalpachtvertrag bereits pauschal fünf Prozent der Gesamtpachtfläche herausgerechnet wurden.

 Ausdiskutiert sei von Seiten des Verbandes zudem nicht die geplante Erhöhung der Pachten von 13 Cent auf 20 Cent pro Quadratmeter. Das könnten sich viele ältere Leute oder Sozialhilfeempfänger nicht leisten, für die der Kleingarten ein wertvolles Kleinod sei. „Es gibt eine Ratsvorlage zur Erhöhung der Pachten. Die Stadt hat nur aufgrund der Zahlungsschwierigkeiten des Verbandes den Termin der Pachterhöhung von Mai nach hinten verschoben“, machte Kiels Bürgermeister deutlich.

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