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Kiel rüstet sich für die Megaliner

Kreuzfahrer 2017 Kiel rüstet sich für die Megaliner

Das Wachstum der Kreuzfahrtschiffe geht weiter. Am 3. September schwamm die „MSC Meraviglia“ im Hafen von Saint-Nazaire in Frankreich auf. Der Neubau wird mit einer Vermessung von 167600 BRZ neue Rekorde in Europa setzen. Kiel rüstet sich indes für diese Schiffe.

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Die 2008 gebaute „MSC Fantasia“ wird im kommenden Jahr insgesamt 22 Reisen ab Kiel unternehmen. Das Schiff ist fast 40 Meter länger als die zuvor von MSC in Kiel eingesetzten Kreuzfahrer.

Quelle: Frank Behling

Kiel. Am 29. April nächsten Jahres wird auch hier eine neue Ära eingeläutet. Dann wird die etwas kleinere Schwester „MSC Fantasia“ erwartet. Sie wird das erste Schiff der neuen Generation von Megalinern mit einer Länge von 333 Metern und einer Breite von fast 38 Metern sein, die Kiel als Sommerbasishafen anlaufen. Die immense Größe und die möglichen Risiken und Gefahren, die daraus erwachsen, sind am Dienstag Thema im Innen- und Umweltausschuss.

In Kiel soll die „MSC Fantasia“ am Liegeplatz 1 im Ostuferhafen sowie am Liegeplatz 27 des Ostseekais abgefertigt werden. Die Reederei hat diese Anläufe bereits in ihrem „Fleet-Operations-Zentrum“ durchgespielt. Im Dezember soll es auch noch eine Risikoanalyse für die Hafenbehörde und Lotsen geben. „Es geht weniger darum, ob das Schiff hier einlaufen kann“, sagt Kiels Hafenkapitän Michael Schmidt. „Das geht ohne Probleme. Es geht vielmehr darum, mit allen Beteiligten verschiedene Situationen am Simulator durchzuspielen.“

Gut 40 Meter mehr MSC

Gegenüber den bislang in Kiel von der Reederei MSC eingesetzten Schiffen ist die „MSC Fantasia“ gut 40 Meter länger und zwei Decks höher. Die Vermessung beträgt 137936 BRZ und die Passagierkapazität bei voller Belegung knapp 4000 Urlauber. 22 Schiffsbesuche sind für das Jahr 2017 geplant. Und nach den Planungen der Reederei ist das erst der Anfang. „Kiel ist für uns ein ganz wichtiger Hafen. Die ,MSC Fantasia’ wird 2018 durch die jüngere ,MSC Preziosa’ ersetzt“, kündigt Reederei-Vorstand Pierfrancesco Vago an. Die noch größere „MSC Meraviglia“ soll laut MSC ab 2018 ebenfalls Kurs auf Nordeuropa nehmen und zunächst Hamburg anlaufen.

An die Grenzen des in Kiel Machbaren stoße man mit dieser Schiffsgröße noch nicht, schrieb Finanz- und Ordnungs-Stadtrat Wolfgang Röttgers in eine Vorlage für die Sitzung des Innen- und Umweltausschusses am Dienstag. „Wir nähern uns diesen Grenzen, die es im Übrigen in jedem Hafen der Welt gibt – allerdings mit sehr großen Schritten“, sagt Röttgers. Aus diesem Grund sollen an der Fachhochschule Flensburg, wo es einem Computersimulator gibt, die Manöver durchgespielt werden. Hier durchlaufen auch die Kieler Lotsen der Lotsenbrüderschaft NOK II ihre Weiterbildungen und Lehrgänge. Ziel der geplanten Simulationen ist es, die Anläufe der Megaliner an den Liegeplätzen 1 und 27 unter verschiedenen Witterungsverhältnissen nachzustellen. Die veranschlagten Kosten dafür belaufen sich auf 46300 Euro. Ähnliche Verfahren sind in Hamburg und Rotterdam bereits Praxis.

Immer wieder trainieren

Die Reedereien selbst machen auch Simulationen für ihre Besatzungen in nautischen Trainingszentren. Die Schulungseinrichtung für MSC steht in Sorrent bei Neapel. Die in Kiel ebenfalls vertretenen Reedereien Aida, Costa, Cunard und Holland America Line lassen ihre Kapitäne und Offiziere die Einlaufmanöver in dem Csmart-Zentrum in Almere bei Amsterdam trainieren. Dort werden Manöver unter wechselnden Wetterbedingungen durchgespielt, bevor neue Häfen in den Fahrplan kommen.

Die Kraft von unerwartet auftretenden Windböen erlebte die Besatzung der „MSC Poesia“ im Juni 2013 in Kiel. Damals wurde ihr 290 Meter langes Schiff von einer Windböe am Ostseekai gepackt. Fast alle Festmacherleinen rissen und das Schiff löste sich von der Pier. Zum Glück gab es keine Schäden.

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Foto: Die "MSC Musica" hat sich aus Kiel verabschiedet.

Zum Abschied gab es am Sonnabend noch einmal ein extra langes Typhonsignal beim Auslaufen. Die Besatzung der „MSC Musica“ machte damit noch einmal Musik auf ihre Weise. Kurz nach 18 Uhr beendete das 294 Meter lange Schiff der Schweizer Reederei MSC die Kiel-Saison in diesem Jahr.

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