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Polizei Kiel sucht nach Übergriffen Zeugen

Kriminalität Polizei Kiel sucht nach Übergriffen Zeugen

Die Kieler Polizei sucht nach zwei sexuellen Übergriffen auf junge Frauen in Kiel nach Zeugen und weiteren Geschädigten. Der Betreiber der Diskothek "Pumpe" kündigt Konsequenzen an.

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Am Wochenende wurde die Polizei Kiel nach Übergriffen zur "Pumpe" und nach einem weiteren Vorfall am Bahnhof gerufen.

Quelle: dpa

Kiel. In der Nacht zum vergangenen Sonntag ist es nach Mitteilung von Matthias Arends von der Polizeidirektion Kiel in der Pumpe offenbar zu sexuellen Übergriffen einer Gruppe junger Flüchtlinge auf zumindest einen weiblichen Gast gekommen. Mehrere Zeugen hatten den Vorfall beobachtet und die Polizei alarmiert. Den Ermittlern gelang wenig später der Zugriff in der Willestraße. „Drei Syrer im Alter zwischen 16 und 20 Jahren und zwei 17 Jahre alte Ägypter konnten vorläufig festgenommen werden“, sagt Arends. Die fünf Verdächtigen, die nach Informationen unserer Zeitung in zwei Flüchtlingsunterkünften gemeldet sind, wurden mittlerweile wieder entlassen. „Da sich bislang keine Geschädigten bei der Polizei gemeldet haben, werden diese sowie weitere Zeugen gebeten, sich unter der Rufnummer 0431/160-1210 mit dem 2. Polizeirevier in Verbindung zu setzen“, sagt der Behördensprecher.

 Laut Betreiber der Pumpe handelte es sich am Sonnabend um eine Party eines Fremdveranstalters im „Roten Salon“ mit zunächst 30 Gästen. Die Beschuldigten kamen offenbar ins Haus, nachdem die Kasse gegen 2.30 Uhr bereits geschlossen hatte. „Die Konsequenz aus dem Vorfall ist, dass wir das Sicherheitspersonal aufstocken werden“, kündigt Geschäftsführer Adalbert Schwede an. Er will zudem seine Gäste sensibilisieren, besser auf ihre persönlichen Sachen aufzupassen. „Wer in einer Gruppe kommt, sollte immer ein Auge auf seine Freunde und deren Dinge haben“, sagt Schwede. Ganz verhindern könne man derartige Vorkommnisse aber nicht.

 Ein zweiter Vorfall ereignete sich am Sonntagmittag im Bereich der Bushaltestellen der Linie 502 am Hauptbahnhof. Nach Angaben der Polizei wartete eine Schülerin gegen 14.15 Uhr am Sophienblatt auf ihren Bus in Richtung Strande, als sich ihr ein Mitte bis Ende 20 Jahre alter Mann näherte und sie bedrängte. Die junge Frau habe sich an zwei andere Wartende gewandt, so dass der Mann von ihr abgelassen habe. „Er bestieg anschließend allerdings gemeinsam mit ihr den Bus und fixierte sie dort mit Blicken, bis sie den Bus an der Haltestelle Knorrstraße verließ“, sagt der Polizei-Sprecher. Der Mann gab selbst an, 27 Jahre alt zu sein und aus Marokko zu stammen. Er soll etwa 1,80 Meter groß und laut Zeugin von schlanker Statur sein. Er hat schwarze, kurz gelockte Haare, braune Augen und trug eine dunkle Jacke. Auffällig waren seine gelben Zähne. „Die beiden Wartenden an der Bushaltestelle sowie weitere Zeugen werden auch hier gebeten, sich bei der Polizei zu melden“, bittet Arends.

 Die Polizei rät, sich bei vergleichbaren Vorfällen bemerkbar zu machen und sich an Passanten zu wenden. „Geben Sie aufdringlichen Personen zu verstehen, dass Sie nicht angesprochen oder berührt werden wollen“, rät der Behördensprecher. Opfer und Zeugen sollten sich bei Zwischenfällen unverzüglich über den Polizeiruf 110 melden.

 Die Junge Union fordert nun mehr Videokameras auf öffentlichen Plätzen. „Nach den sexuellen Übergriffen in Kiel fordern wir als erste Maßnahme, den Vorplatz des Kieler Hauptbahnhofs und die Bergstraße stärker zu überwachen“, sagt JU-Landesvorsitzender Tobias Loose. Rechtsfreie Räume dürfe es in Kiel und Schleswig-Holstein nicht geben. „Es muss selbstverständlich sein, dass Frauen sich auch allein sicher bewegen können und sich auch sicher fühlen“, so Loose.

 Von Bastian Modrow und Günter Schellhase

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Ein Artikel von
Bastian Modrow
Lokalredaktion Kiel/SH

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