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Kristian Blasel zu abgezockten Einwanderern

Kommentar Kristian Blasel zu abgezockten Einwanderern

Es ist ein Erfolg für Zoll und Staatsanwaltschaft – und zugleich ein trauriger Hinweis darauf, wie ausgeprägt die kriminelle Struktur bereits ist, mit der zumindest ein Teil der Flüchtlinge und Einwanderer auch in Schleswig-Holstein systematisch ausgebeutet wird.

Kiel. Ganz offensichtlich gehören die kurdischen Männer, die nun festgenommen worden sind, nur zur berühmten Spitze eines Eisbergs. Gefährliche Verbrecher sind schon lange nicht mehr nur die Schleuser, die verzweifelte Menschen für viel Geld übers Mittelmeer nach Europa transportieren. Verbrecher, die skrupellos die Hilflosigkeit der Neuankömmlinge im Umgang mit der deutschen Sprache und mit deutschen Behörden ausnutzen, wohnen mitten unter uns.

 Dass dies wenigstens gelegentlich auffällt, ist allein der Aufmerksamkeit von Verwaltungsmitarbeitern zu verdanken. Nur wenn es ihnen gelingt, das Vertrauen der Flüchtlinge zu bekommen, gibt es die Chance, Ermittler auf die richtige Fährte zu führen. Dabei lässt sich nur erahnen, welche Szenen sich hinter den Mauern unserer Nachbarschaft täglich abspielen. Zu Recht spricht Kiels Sozialdezernent Gerwin Stöcken von „moderner Sklaverei“.

 Integration, das zeigt auch dieses Beispiel, kann nur gelingen, wenn keine Parallelgesellschaften existieren, in denen unser Rechtssystem umgangen wird. Um das zu verhindern, müssen Behörden, Sicherheitskräfte und jeder einzelne Bürger gleichzeitig aufpassen. Es ist eine Aufgabe, die uns noch viele Jahre beschäftigen wird.

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Ein Artikel von
Kristian Blasel
Ressortleiter Lokalredaktion/Kiel

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