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Anlieger werden zahlen müssen

Rendsburger Landstraße Anlieger werden zahlen müssen

Hoch her ging es am Dienstagabend im rekordverdächtig gut gefüllten Heim von „Gut Schuss“ Demühlen, wo der Ortsbeirat über den Ausbau der Rendsburger Landstraße beriet. Es hagelte jede Menge Kritik an dem Vorhaben.

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Im Bereich der Hasseer Straße wird schon jetzt gebaggert an der Rendsburger Landstraße. Allerdings für die Stadtentwässerung. Folgen soll dann bis hinaus nach Demühlen die grundlegende Erneuerung der Fahrbahn.

Quelle: Martin Geist

Russee/Hammer/Demühlen. Immer wieder wurde in der Vergangenheit Unbehagen über den beklagenswert schlaglöcherigen Zustand der Rendsburger Landstraße geäußert. Jetzt, wo die von täglich etwa 10000 Autos belastete Straße saniert werden soll, hagelt es aus anderen Gründen Unbehagen. Wie häufig in solchen Fällen geht es dabei auch ums Geld, denn laut Harald Schwind vom städtischen Tiefbauamt werden die grundbesitzenden Anlieger für die Fahrbahn mit 50 und für die Gehwege mit 60 Prozent der umlagefähigen Kosten belangt.

Diese Kosten belaufen sich bei einem geschätzten Gesamtvolumen von 3,2 Millionen auf 1,9 Millionen Euro. Und sie verteilen sich nicht nur auf Anlieger des zum Ausbau vorgesehenen Abschnitts zwischen der Rendsburger Landstraße 135 (im Bereich der Einmündung Streitkamp) und der Achterwehrer Straße, sondern auf alle Grundstücke zwischen der Stadtgrenze und der Gärtnerstraße. Auch das sorgte für Unmut bei den Versammlungsbesuchern, denn wie Schwind bestätigte, müssen die Anlieger damit rechnen, später erneut zur Kasse gebeten werden, wenn an einem anderen Abschnitt gebaggert wird. Ebenfalls heftig kritisiert wurde der Umstand, dass die Rendsburger Landstraße nicht als Durchgangsstraße eingestuft ist, sondern als Innerortsstraße. Die Konsequenz: Statt auf 25 Prozent belaufen sich die Ausbaubeiträge auf 50 Prozent. Und das, so mehrere Teilnehmer, obwohl das gesamte Berliner Viertel, etliche Umlandgemeinden sowie mehrere Gewerbegebiete an dieser Straße hängen.

Dass die Bushaltestellen in dem Bereich beitragspflichtig barrierefrei gemacht werden sollen, rief ebenso Gegenrede hervor wie die Absicht, die Busse nicht mehr in Buchten, sondern auf der Straße halten zu lassen.

Während alles, was die Beitragspflicht betrifft, letztlich eine juristische Frage ist, geriet im politischen Bereich vor allem die Planung der Radwege ins Visier der Besucher und Ortsbeiräte. Geradelt werden soll künftig auf jeweils zwei Meter breiten Schutzstreifen, die mit einer durchgehenden Linie von der Fahrbahn der Autos getrennt sind. Dazwischen bleiben 6,50 Meter Fahrbahn, laut Schwind ausgerichtet auf Bus-Bus-Begegnungsverkehr. Das Argument, wonach Schutzstreifen sicherer sind, weil die Radler nicht durch parkende Autos verdeckt werden, ließen die Russeer in diesem Fall nicht gelten. Gerade zwischen Strucksdiek und Achterwehrer Straße gebe es gar keine parkenden Autos, hieß es.

Dieser Aspekt soll nun noch einmal ausdrücklich geprüft werden. Auf Antrag von CDU-Ortsbeirat Sven Plaumann forderten die Stadtteilvertreter das Tiefbauamt auf, auszurechnen, wie teuer die Rendsburger Landstraße wird, wenn Radweg und Bushaltestellen bleiben, wie sie sind.

Derweil betonte der Mann vom Tiefbauamt schon jetzt, dass es mit einer ebenfalls ins Gespräch gebrachten bloßen Erneuerung der Fahrbahndecke nicht getan sei. Die Tragfähigkeit der Straße sei erschöpft, so dass sie „grundlegend erneuert“ werden müsse. Weil die Stadtentwässerung ohnehin zugange ist, soll das Projekt im Jahr 2016 in Angriff genommen werden.

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