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Bald rollen Bierfässer aus der Festung

Küstenbrauerei startet Bald rollen Bierfässer aus der Festung

Jan und Jasmin Czerny wollen in drei Wochen in den Gewölben der Festung Friedrichsort ihre Küstenbrauerei in Betrieb nehmen. Ihnen geht es dabei um Nachhaltigkeit. Ihr „5 1/2 Knoten-Bier“ ist bio und regional und soll nur in Kiel und Umgebung am liebsten Fässerweise die Festung verlassen.

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Brauchef Jan Czerny (links) und Mitarbeiter Felix Hoch probieren schon mal das erste Bier aus der Küstenbrauerei.

Quelle: eis - Thomas Eisenkrätzer

Kiel - Friedrichsort. Wenn in zwei Monaten das erste Bier fertig ist, hofft der 35-jährige Jan Czerny vor allem auf Biergärten oder Veranstalter als Abnehmer. Theoretisch könnten hier gleich hinterm Deich 1400 Liter Bier am Tag gebraut werden. Aber mit den Lagertanks für insgesamt 10000 Liter wird die Wochenproduktion des Gerstensaftes schließlich bei 2800 Liter pro Woche liegen. Erste Versuche mit Hopfen aus dem eigenen Garten waren schon erfolgreich. Als Meeresbiologen und ehemalige Mitarbeiter des Geomar-Instituts liegt ihm und seiner Frau Jasmin die Experimentierfreude im Blut.

Das Bierbrauen wurde zum gemeinsamen Hobby der Eheleute

Eigentlich ist Czerny, der sich beruflich verändern wollte, über den Whisky auf das Bier gekommen. „Ursprünglich wollte ich Rindviecher auf Streuobstwiesen halten und aus dem Obst Brände machen.“ Doch das war alles zu kompliziert, und so nahm die Idee von einer Whisky-Destillerie Form an. „Da kann man die Rohstoffe besser lagern und das ganze Jahr über produzieren.“

Vor fünf Jahren braute er dann für seine damals schwangere Frau sein erstes Bier, ein Malzbier. Zum 60. Geburtstag seines Schwiegervaters dann ein Märzen. Die Rezeptur von damals ähnele sogar noch der heutigen. Das Bierbrauen wurde schließlich zum gemeinsamen Hobby der Eheleute und inzwischen auch zum gemeinsamen Geschäft.

Neben den vier Standardsorten Märzen, Pale Ale, Pils und Porter mit dem Label „51/2 Knoten“ wollen die beiden auch immer neue Biere kreieren und mit Gewürzen, Früchten und verschiedenen Hefestämmen experimentieren. Dafür brauchen die Czernys noch eine kleine Versuchsbrauanlage für „Side Experiments“ zur Verbesserung bereits bestehender sowie der Entwicklung neuer Bierspezialitäten. Da in die Renovierung der Brauereiräume auf der Festung Friedrichsort und die Brauanlage bereits 350000 Euro aus Eigenkapital, Fördergeldern und Krediten geflossen sind, haben sich die Jungunternehmer zu einer Crowdfunding-Kampagne entschlossen, um das Geld dafür aufzutreiben.

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