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Partner öffnen Türen zur Teilhabe

Kulturelle Inklusion Partner öffnen Türen zur Teilhabe

Der „Kulturschlüssel Kiel“ öffnet Türen: Der Landesverband für körper- und mehrfachbehinderte Menschen hat das Projekt ins Leben gerufen, um Menschen mit Behinderung die Teilnahme an Kulturveranstaltungen leichter zu machen. Der Startschuss fiel am Mittwoch mit der Auftaktveranstaltung in der Stadtgalerie.

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Über den gelungenen Auftakt zum Projekt Kulturschlüssel freuen sich (von links) LVKM-SH-Geschäftsführerin Ilka Pfänder, Projektleiterin Miriam Schneider, die kulturbegeisterte Anna-Leia Bastian und ihre zukünftige Kulturbegleiterin Katja Dittbrenner.

Quelle: Thomas Eisenkrätzer

Kiel. Ein wenig hört sich das Ganze an wie eine Partnervermittlung. Immer wieder fällt der Begriff „Kontaktbörse“, und es wird das Versprechen gegeben: „Wir finden den Richtigen für Sie.“ Der Vergleich drängt sich auf, doch handelt es sich bei dem „Kulturschlüssel Kiel“ um etwas anderes. Rund 120 Menschen aus Politik, Verwaltung, Kultur und Ehrenamt hatten sich nun am Mittwochnachmittag zur Auftaktveranstaltung des Projekts in der Stadtgalerie versammelt.

Der Kulturschlüssel fußt auf drei Säulen: Kulturgenießer, -begleiter und -spender. Es kommen also kulturinteressierte Menschen mit Behinderung, ehrenamtliche Begleiter und Kultureinrichtungen zusammen. Der Ehrenamtler begleitet seinen „Partner“ ins Kino, ins Museum, ins Theater oder zu einer Sportveranstaltung. Er erleichtert dem Kulturinteressierten mit Handicap den Weg, in dem er ihn zu Hause abholt, seinen Rollstuhl schiebt oder einen blinden Menschen zu seinem Sitzplatz führt. Dafür hat der Begleiter freien Eintritt zur Veranstaltung. „Der Kulturschlüssel öffnet eine Tür, die es eigentlich gar nicht geben dürfte“, erklärte Vorstandsvorsitzende Gabriele Komp die Idee hinter dem Projekt. „Menschen mit besonderen Bedürfnissen, die Interesse an kulturellen Veranstaltungen haben, aber aus Unsicherheit den Weg nicht wagen, trauen sich durch ihren Begleiter eher auf das kulturelle Parkett.“ Das wichtigste Anliegen der Organisatoren ist die Begegnung auf Augenhöhe. Keineswegs handle es sich um einen assistierenden Begleitdienst, sondern um ein Zusammenbringen von Menschen, die gleichermaßen an Kultur interessiert sind. „Im besten Fall weiß man gar nicht, wer der Kulturbegleiter und wer der -genießer ist“, fasste Komp das Konzept zusammen.

Katja Dittbrenner ist berufstätig und weiß, dass es Menschen mit einem Vollzeitjob schwer fällt, sich ehrenamtlich zu engagieren. „Ich kann es mir nicht leisten, wöchentlich zwei Stunden für ein Ehrenamt aufzubringen“, so die 43-Jährige. „Durch den Kulturschlüssel kann ich mich sozial engagieren, in dem ich ein- oder zweimal im Monat mit einer gehandicapten Person etwas unternehme – und ich habe auch was davon.“ Ulrich Hase, der Landesbeauftragte für Menschen mit Behinderung, beglückwünschte den Landesverband zu diesem Projekt: „Ich glaube dass es gerade im kulturellen Bereich eine große Chance der Begegnung zwischen Menschen mit und ohne Behinderung gibt.“

Unterstützt wird „Kulturschlüssel Kiel“ derzeit von 34 Kulturspendern. Unter anderem sind das: Die Komödianten, das Stadt- und Schifffahrtsmuseum und das Metro-Kino. Die Projektdauer ist auf drei Jahre anberaumt. Ziel ist es, das Angebot auch nach Ablauf des Projektzeitraums dauerhaft zu etablieren. Informationen und Anmeldungen unter www.kulturschluessel-kiel.de und beim Landesverband für körper- und mehrfachbehinderte Menschen, Boninstraße 3-7, Tel. 0431/90 88 99 17. Ansprechpartnerin ist Projektleiterin Miriam Schneider.

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