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Kultureller Austausch aus erster Hand

Kiel Kultureller Austausch aus erster Hand

Deutschland gilt für viele als Land der Regeln, „aber so streng sind die Menschen hier gar nicht“, erklärt Jakub Hlista bei der Abschlusspräsentation des diesjährigen „Europa macht Schule“-Projekts. Der 24-jährige Slowake, der sein Auslandsstudienjahr im Rahmen des Erasmus-Austauschprogramms an der Kieler Christian-Albrechts-Universität verbringt, präsentierte in Schulen aus der Region gemeinsam mit weiteren Studierenden aus Europa Wissenswertes aus den jeweiligen Heimatländern.

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Fünf Projekte vier Länder: Jakub Hlista (24, Slowakai, von links), Pau Caldero-Bardaji (22, Spanien), Eva-Erle Lilleaed (26) und Evelin Pihlap (24, beide Estland) sowie Olaf Koprowicz (21, Polen) stellten ihre Heimatländer vor.

Quelle: Thomas Eisenkrätzer

Kiel. „Wir bringen Europa ins Klassenzimmer“, fasst Danny Drefahl vom Verein Europa macht Schule das Ziel der Aktion zusammen. Seit fünf Jahren führt der Verein Erasmus-Studierende und Schüler aus Schleswig-Holstein zusammen, um den kulturellen Austausch zu fördern. In den Projekten erarbeiteten die Studierenden einen Aspekt ihres Heimatlandes, den sie den Schüler auf Englisch näher brachten.

 Das Ergebnis ist so bunt wie die Fahnen, die bei der Abschlusspräsentation den Hörsaal zierten: Während sich Hlista auf die sozialpolitische Entwicklung der Slowakei zum Wohlstand und die Integration in die EU konzentrierte, bauten die beiden Estinnen Eva-Erle Lilleaed und Evelin Pihlap ihre Präsentation interaktiv auf: „Mit einem Kennlernspiel und ein paar estnischen Vokabeln haben wir das Eis gebrochen“, sagt Lilleaed, die Basiswissen in Geografie, Sprache und Kultur vermittelte. Die Kunstgeschichtsstudentin selbst kann sich sehr gut mit der deutschen Mentalität anfreunden, „die ist unserer sehr ähnlich“. Bei ihrer Freundin Pihlap ging die Liebe der Schüler durch den Magen: Gemeinsam wurden estnische Nachtisch-Spezialitäten mit Kama kreiert. Kama ist ein Gemisch aus geröstetem Gersten-, Roggen-, Hafer-, Erbsen- und Bohnenmehl, das zum Backen verwendet wird.

 Mit den kulturellen Unterschieden zwischen Spanien und Catalanien befasste sich Pau Caldero-Bardaji. Die Schüler der Max-Planck-Schule, bei denen er zu Besuch war, interessierten vor allem die verschiedenen Sprachen.

 Die „Eindrücke aus erster Hand“ für junge Deutsche seien ein enormer Lerneffekt, so Renate Treutel, Stadträtin für Jugend und Kultur in Kiel. Auch Uni-Vizepräsidentin Ilka Parchmann zeigte sich von der Vielfalt begeistert: „Den kulturellen Austausch wollen wir ausweiten auf die Flüchtlinge, die in Nachbarschaft zur Uni unterkommen.“

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