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Kulturpreis der Stadt Kiel verliehen

Kinder und Jugendliche Kulturpreis der Stadt Kiel verliehen

Die Stadt Kiel hat zum zehnten Mal den Kulturpreis für Kinder und Jugendliche verliehen. Aus den 19 Bewerbungen junger Künstler wählte die Jury zwei Filme – einen über jüdisches Leben in Kiel, der andere über die Musikszene in Gaarden – sowie Schwarz-Weiß-Fotografien für drei Preise aus.

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Die Stadt Kiel hat ihren Kulturpreis für Kinder und Jugendliche verliehen.

Quelle: Sonja Paar

Kiel. Den ersten mit 1000 Euro dotierten Preis erhielt die 17-jährige Luka Naujoks für ihre Foto-Arbeiten unter dem Titel „Mensch ist Mensch“ in der Sparte Bildende Kunst: Die Schülerin, die eine Leidenschaft für Fotografien entwickelte, seit sie vor vier Jahren eine Spiegelreflex-Kamera geschenkt bekam, griff das aktuelle Flüchtlingsthema auf eine ganz eigene Weise auf: Zu sehen sind Jugendliche aus Kiel, die Plakate vor ihre nackten Oberkörper mit Aussagen zu Menschenrechten, Werte und dem Menschsein halten. „Zu Hause ist ein Gefühl“, „Menschlichkeit heißt Zusammenhalt“ oder „Kein Mensch ist illegal“ – alles Sprüche, die von den jungen Frauen und Männern stammen, die hinter den Schildern stehen.

Weil das Flüchtlingsthema so aktuell sei und „wir uns alle damit beschäftigten sollten, will ich diese Bilder und damit unsere Meinung vertreten“, schrieb Naujoks in ihrer Bewerbung. Die Künstlerin Deborah Di Meglio bescheinigte der jungen Kollegin, eine Arbeit geschaffen zu haben, die „durch Authentizität, Ernsthaftigkeit udn Ehrlichkeit“ überzeugt. Luka will das Preisgeld dafür nutzen, ihre Foto-Ausrüstung aufzustocken, aber auch um für ein Flüchtlingsheim in Kiel zu spenden. Rotraud Apetz, Leiterin der VHS-Kunstschule, kündigte an, die Fotos in der Förde-Volkshochschule im Mai auszustellen.

Foto: Luka Naujoks wurde für ihre Fotoserie ausgezeichnet.

Luka Naujoks wurde für ihre Fotoserie ausgezeichnet.

Quelle: Sonja Paar

Einer von zwei zweiten, mit jeweils 500 Euro dotierten Preise ging an sieben junge Filmemacher des 12. Jahrgangs am RBZ Wirtschaft für ihren Film „Shalom heißt Frieden – jüdisches Leben in Kiel“. Unter Anleitung des Kieler Dokumentaristen Fredo Wulf machten sie sich auf die Suche nach jüdischem Leben in Kiel, wobei sie ihre Unkenntnis am Anfang offen zugaben und ihre anschließende Recherchearbeit als roten Faden nutzten. Über Interviews, Spielszenen und beobachtenden Sequenzen fanden sie für sich teils überraschende, teils lustige, teils nachdenklich stimmende Dinge heraus. Sie habe vorher die Juden als etwa Fremdes erlebt, aber sie seien Teil unserer Gesellschaft, berichtete eine Schülerin darüber, wie sie die Offenheit und Freundlichkeit der beiden jüdischen Gemeinden in Kiel überrascht hat.

Ich zeig' Dir Gaarden

Der weitere Preis geht an die Lern- und Experimentierwerkstatt musiculum zusammen mit den am Projekt beteiligten Zehn- bis 15-Jährigen für den Film „Ich zeig Dir Gaarden“. Mehrere Monate recherchierten die Jugendlichen über die Musikszene in Gaarden. Ihr Film, den sie vom Schreiben des Raps über Gespräche mit Musikern und Gaaardenern als Dokumentation unter Anleitung des Musikpädagogen Benjamin Holzapfel fertigstellten, wurde bereits mehrmals mit großem Erfolg in Kiel gezeigt, so auch vor ausverkauften Sälen im „Metro“. Ein liebevoller Blick auf das eigene Viertel, ohne Klischees, aber auch ohne Beschönigungen: „Hier ist nicht das Paradies, aber auch nicht die Hölle auf Erden“ heißt es im Rap. Und: „Hier ist es nicht immer mies. Aus uns kann etwas werden“.

  Der Film ist auf Youtube zu finden und wird am Freitag, 18. März beim Filmfest Schleswig-Holstein in der „Pumpe“ gezeigt. Die Preise übergaben Stadtpräsident Hans-Werner Tovar und Kulturdezernent Wolfgang Röttgers.

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Ein Artikel von
Martina Drexler
Lokalredaktion Kiel/SH

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