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Trevor Davis sieht Potenzial in der Wik

Kulturvisionär unterwegs Trevor Davis sieht Potenzial in der Wik

Mit einem kleinen Notizblock und rotem Kugelschreiber geht es durch Kiel. Mehr braucht Trevor Davis nicht. Das meiste speichert er eh in seinem Kopf ab. Der 67-jährige Kulturplaner aus Dänemark ist so etwas wie ein Visionär. An diesem Montagmorgen will Trevor Davis die Wik erobern.

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Der dänische "Kulturplaner" Trevor Davis (rechts) schaut sich in Kiel um, hier ist er im Gespräch mit Liva Kreislere aus Riga und Dirk Scheelje von der Heinrich-Böll-Stiftung.

Quelle: Thomas Eisenkrätzer

Kiel. Er hat einen Blick für Städte und Stadtteile und erfasst in Windeseile deren kreatives Potenzial. Für Kopenhagen und Aarhus hat er Konzepte entwickelt, um die beiden Städte zu Kulturhauptstädten zu machen. Ähnliches soll jetzt im Ostseeraum geschehen. Hier heißt das Projekt „Cultural Planning“ und soll die wichtigsten Städte an der Ostsee voranbringen - unter anderem auch Kiel. Nach der Wik stehen Dietrichsdorf und Gaarden auf dem Programm. Drei Stadtteile, die nach Ansicht des Planers in den kommenden Jahren äußerst interessant werden könnten.

„Das Wichtigste bei diesem Projekt ist, dass wir die Nachbarschaften miteinbeziehen“, erzählt Trevor Davis auf Englisch. „Wir müssen die Menschen vor Ort mitnehmen und auf sie hören.“ Das klappt schon prima an diesem Morgen. Rund zehn Kreative aus dem Stadtteil haben sich Trevor Davis angeschlossen.

Mit dem grünen Edding werden Ideen skizziert

Mit wachem Blick nimmt Trevor Davis jedes noch so kleine Detail wahr. Lässt sich herumführen, stellt kurze prägnante Fragen. Geboren wurde der Däne übrigens in Kiel. Doch da sein Vater ein britischer Soldat war, seine Mutter aus Danzig stammte, zog Familie Davis oft durch die Welt. „Wir wollen die kreativen Ressourcen der Leute nutzen“, sagt er. Als die Gruppe an der Flüchtlingsunterkunft vorbeikommt, ist Trevor Davis begeistert. „Das ist ein fantastisches Signal. Andere bauen Zelte oder Unterkünfte irgendwo auf der Wiese. Besser geht Inklusion nicht.“ Später im Besprechungszimmer greift Trevor Davis zum grünen Edding und zeichnet in Windeseile die einzelnen Gebiete, die Aktivitäten und Ideen auf. „Jetzt müssen wir ein System daraus machen und alles vernetzen.“

Dirk Scheelje (53) von der Heinrich-Böll-Stiftung Schleswig-Holstein, die sich an dem Projekt „Cultural Planing“ des Danish Instituts beteiligt und ihren Sitz im Anscharpark hat, sagt: „Das Projekt ist aus einem mehrjährigen Projekt unter dem Titel ,Culturability’ entstanden.“ Finanziert wird das Ganze mit EU-Geldern. „Wir wollen eine Brücke schlagen zwischen den drei Stadtteilen“, so Scheelje, „und die Förde als bindendes Element sehen.“

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Ein Artikel von
Kristiane Backheuer
Lokalredaktion Kiel/SH

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