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Mit Pinsel und Nagel

Kunstkurse für Flüchtlinge Mit Pinsel und Nagel

Eine Woche lang ließen 17 junge Flüchtlinge und Kieler Jugendliche im Workshop „Mit Pinsel und Nagel“ ihrer Kreativität freien Lauf und knüpften dabei ganz nebenbei neue Kontakte. Möglich machten das die Förde-VHS, die Kunsthalle und der Künstler Peter Nagel.

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Mona (17) aus Somalia fertigte einen Bilderrahmen aus Mosaiksteinen. Künstler Peter Nagel gibt der Jugendlichen Tipps für ihr Kunstwerk.

Quelle: Karina Dreyer

Kiel. Der Workshop gehörte zu einem Ferienprogramm des Deutschen Volkshochschul-Verbandes und wurde gefördert von der Bundesinitiative „Kultur macht stark“: Vormittags gab es Unterricht in Deutsch, Englisch und im Umgang mit dem Computer, nachmittags ging es zu Nagel in die Kunsthalle. Der renommierte Maler wies die Jugendlichen zwischen 14 und 18 Jahren in die Kunst der Farbherstellung, Stillleben, Maltechniken und Skizzen ein. „Das war eine intensive Woche, die Kreativität hat sie aus dem Alltag geholt“, bilanzierte der Künstler.

Ihm ging es im Workshop darum, „unsere deutsche Kultur mitzuteilen, aber auch gerne Impulse aufzunehmen“. So habe er vor allem bei den jungen Mädchen aus Somalia das unbekümmerte Talent und die wunderbare Fähigkeit des Dekorierens entdecken können, bei sich selbst und bei der Kunst. Strenge, kalte Farben, das sei eher Kiel. Je weiter man nach Süden käme, desto mehr erhöhe sich die Farbtemperatur und der Drang nach Farben. „Man muss die Qualitäten beider Seiten sehen“, sagte der emeritierte Professor für Malerei.

Die jungen Flüchtlinge kommen aus Somalia, Syrien, Afghanistan und der Türkei und werden vom Vormundschaftsverein Lifeline betreut. Sie trafen in dieser Woche unter anderem auf Schüler aus der Lilli-Martius-Schule, Toni-Jensen-Schule und dem Gymnasium Elmschenhagen.

Berührungsängste wurden abgebaut

„Die verstehen uns schon richtig gut“, entdeckte Kim Lembke (15). Sie habe vorher noch keinen Kontakt zu Flüchtlingen gehabt, habe hier Berührungsängste abbauen können und entdeckt: „Das sind Jugendliche wie wir auch“. Mit einigen wolle sie gerne auch in Kontakt bleiben. Zum Beispiel mit Sharifa, Murna und Nimco aus Somalia, die sich bei der Herstellung eines Mosaik-Bilderrahmens aus kleinen Badezimmerkacheln nur ungern stören ließen, so vertieft waren sie in ihre Kreativität. Auch Wasim (14), der vor anderthalb Jahren aus Syrien kam, hatte viel Spaß, sein Porträt in einen schönen Rahmen zu bringen.

„Die Arbeitsatmosphäre war sehr intensiv, durch die gemeinsamen Frühstücke und Pausen konnten sie sich viel unterhalten“, lobte Helga Jones, Leiterin der Förde-VHS. Die Gruppe schaute sich auch Werke von Peter Nagel und seiner Frau an und besuchte Ausstellungen in der Kunsthalle. „Wir würden uns freuen, wenn sie nach dem Workshop noch mal auf Eigeninitiative in die Kunsthalle kommen“, hofft Natascha Driever von der Kunsthalle Kiel.

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