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Der Museumsbesuch wird teurer

Landeshauptstadt Der Museumsbesuch wird teurer

Leseratten und Ausstellungsfans müssen ab 1. Januar 2017 mehr zahlen, wenn sie Bücher ausleihen oder städtische Museen besuchen. Auf eine entsprechende Veränderung der Gebührenordnung einigte sich am Dienstag der Kulturausschuss – bei Gegenstimmen der CDU.

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Leseratten und Ausstellungsfans müssen ab 1. Januar 2017 mehr zahlen, wenn sie Bücher ausleihen oder städtische Museen besuchen.

Quelle: Sven Janssen (Archiv)

KIEL. Damit gilt auch die Zustimmung der Ratsversammlung am 15. Dezember als sicher. Gleichzeitig denkt die Stadt darüber nach, mittelfristig in Museen auf Eintrittsgelder zu verzichten und allein auf Spenden zu setzen.

 Die regulären Eintrittspreise für das Stadt- und Schifffahrtsmuseum sowie für die Stadtgalerie sollen von bislang drei auf künftig vier Euro steigen. Bei der Stadtbücherei werden erwachsene Vollzahler künftig mit 22 statt wie bisher 18 Euro im Jahr zur Kasse gebeten, ermäßigte Gebühren steigen im kommenden Jahr von neun auf elf Euro.

 Als Begründung für die Gebührenanhebungen verwies Kulturdezernent und Kämmerer Wolfgang Röttgers auf einen Grundsatzbeschluss der Ratsversammlung vom Februar 2016 zur Haushaltskonsolidierung. Danach solle der sogenannte Kostendeckungsgrad städtischer Gebühren und Eintrittsgelder regelmäßig geprüft und gegebenenfalls auch angehoben werden.

 Die Höhe der Nutzungsgebühren für die Stadtbücherei sei seit 2001 unverändert geblieben. Um die Einnahmesituation der Stadt durch die Gebührensteigerung wirklich zu verbessern, müsse sich die Erhöhung laut Röttgers in einem „verträglichen Rahmen“ halten. „Denn je deutlicher die Gebühren steigen, desto stärker wird der Rückgang der zahlenden Nutzer ausfallen.“ Die Erhöhung von 18 auf 22 Euro für erwachsene Vollzahler (ermäßigt von neun auf elf Euro) schätzte der Dezernent als „noch vermittelbar“ ein.

Kostenfreies Internet

 Um die Akzeptanz für die Gebührenerhöhung zu fördern, sollen noch zwei weitere Maßnahmen umgesetzt werden: Kunden mit gültigem Benutzerausweis sollen die Internetterminals der städtischen Bibliothek künftig kostenfrei nutzen können. Außerdem biete die Stadtbücherei, falls gewünscht, einen weiteren kostenfreien Service an: Erinnerungsmails vor dem Ablauf der Leihfristen.

 Zumindest bei den Eintrittspreisen für die drei städtischen Museen deutet sich mittelfristig ein drastischer Kurswechsel an. „Wir denken darüber nach, auf Eintrittsgelder ganz zu verzichten und stattdessen auf Spendenkonzepte umzustellen“, erklärte Röttgers. Wie das konkret aussehen könnte, ließ der Dezernent zwar offen: „Aber 2017 wird es dazu von mir einen entsprechenden Vorschlag geben.“

 Hintergrund solcher Überlegungen sind auch die rückläufigen Besucherzahlen vor allem seit Einführung der damals stark umstrittenen Eintrittsgelder für die drei städtischen Museen im Jahr 2005. Laut Röttgers zeigten nun aber insbesondere Beispiele aus angelsächsischen Ländern, dass der Verzicht auf Eintrittsgelder nicht nur positive Effekte auf Besucherzahlen gebracht hätten. Auch finanziell könne die Umstellung auf freiwillige Spenden nach einem Museumsbesuch durchaus lukrativer sein als ein festes Eintrittspreis-System. „Aber in Kiel einfach nur eine Spendenbox in die Museen zu stellen, wird dafür wahrscheinlich nicht reichen.“

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Ein Artikel von
Jürgen Küppers
Lokalredaktion Kiel/SH

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