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Umfrage zur Landeshauptstadt Kiel Sauber, sicher und sympathisch

Wir haben es ja schon immer gewusst. Kiel zählt zu den attraktivsten Städten Deutschlands. Das findet offenbar auch der Rest der Republik. In einer repräsentativen Befragung von 5000 Bundesbürgern zu den 50 wichtigsten Großstädten rangiert Kiel auf einem achtbaren zwölften Platz vor Leipzig, Stuttgart und Düsseldorf.

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Dieses Stadtpanorama aus der Vogelperspektive macht es noch einmal deutlich: Kiel ist eine attraktive Stadt. Jetzt zeigt eine bundesweite Befragung, dass dies auch in anderen Teilen Deutschlands so gesehen wird.

Quelle: Sven Janssen

Kiel. Besonders erfreulich: In fast allen Kategorien von Sympathie und Ruf bis hin zu Sicherheit/Sauberkeit erzielte Kiel im „Brandmeyer Stadtmarken-Monitor“ überdurchschnittlich gute Bewertungen.

Den Autoren der von der Hamburger Unternehmensberatung Brandmeyer initiierten Studie ging es bei der Befragung von mehr als 5000 Privatpersonen über 18 Jahren vornehmlich um die Frage: Wie stark ist eine Stadt als Marke im Wettbewerb um Arbeitskräfte, Touristen, Bewohner oder Investoren? Die Platzierungen spiegelten dabei aber ausdrücklich nicht wider, wie stark die Städte in den verschiedenen Bereichen objektiv sind, sondern wie sie von der Bevölkerung subjektiv wahrgenommen werden.

Nimmt man alle für die Studie abgefragten neun Indexpunkte zur Ermittlung der stärksten Stadtmarke zusammen, ergibt sich ein klarer Sieger: Hamburg. Dahinter folgen München, Köln, Dresden und Freiburg. Die Bundeshauptstadt rangiert auf dem sechsten, Lübeck auf dem achten Platz, Kiel folgt auf dem zwölften. Allerdings schneidet die Landeshauptstadt bei einigen Unterpunkten des Fragenkatalogs noch um einiges besser ab als im Gesamtergebnis.

So kommt die Landeshauptstadt bei der Einschätzung junger Leute zur Attraktivität Kiels für ältere Menschen auf Platz zwei hinter Nürnberg vor Leipzig und München. Bei der Auswertung dieser Frage über alle Altersstufen hinweg landet die Stadt auf Platz sieben. Erstaunlich gut mit Rang sechs schneidet Kiel einen Platz vor Lübeck in der Kategorie „sauberste und sicherste Städte“ hinter Freiburg, München, Münster, Nürnberg und Augsburg ab.

Achtbare Platzierungen erreicht Kiel auch bei „höchster Lebensqualität“ (Platz 13, einen Rang vor Lübeck), „attraktivste Stadt für Familien“ (Platz neun ebenfalls vor Lübeck auf Rang zehn) oder „Zuzugsbereitschaft“ (Platz 14, Lübeck: Platz acht, Hamburg: Platz eins). Beim „besten Ruf“ landet Kiel auf Platz elf (Lübeck: Platz vier, München an erster Stelle).

Die „schönsten Städte“ sind für die Bundesbürger Dresden, Hamburg und München; Lübeck kommt auf den fünften, Kiel immerhin auf den zwölften Platz. Schlusslichter in fast allen Kategorien sind Städte in Nordrhein-Westfalen wie Hagen, Krefeld, Gelsenkirchen und Duisburg. Als bundesweit „sympathischste Stadt“ gilt Hamburg, gefolgt von Freiburg und Köln, Lübeck kommt auf den fünften, Kiel auf den zehnten Platz, zwei Ränge vor Berlin.

Kiel-Marketing-Chef Uwe Wanger zeigte sich auf Nachfrage zwar „sehr erfreut“ über die Studienergebnisse, verknüpfte damit aber auch Handlungsbedarf. „Wir müssten jetzt zum Beispiel Zielgruppen wie Familien mit Kindern gezielter als bisher durch Werbung ansprechen. Aber dafür sind wir mit unserem Etat finanziell nicht gut genug aufgestellt.“

Ein weiteres Defizit sieht Wanger bei den Hotelkapazitäten, die um mindestens 1200 Betten aufgestockt werden sollten, um insbesondere im Hauptreisezeitraum von Mai bis September Gäste ausreichend beherbergen zu können. „Und zwar nicht nur für Städtetouristen oder Tagungsgäste. Kiel hat das Potenzial, sich als Reiseziel von Familien mit Kindern zu etablieren.“

Als guter Standort dafür schwebt Wanger zum Beispiel Schilksee mit der Nähe zu den Stränden und der Innenstadt vor. „Insofern sollte die Nachnutzung eines olympischen Dorfes vor allem touristische Ziele verfolgen. Zu diesen Zielen muss sich die Stadt dann aber auch bekennen.“

Auch Oberbürgermeister Ulf Kämpfer sieht bei den Hotelkapazitäten Nachholbedarf („Da müssen wir dringend ran“). Das Ergebnis der Studie sei aber insgesamt „hoch erfreulich“. Insbesondere das in der Spitzengruppe vertretene Städtedreieck Kiel/Lübeck/Hamburg zeige, „wie stark sich der Norden entwickelt“.

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Ein Artikel von
Jürgen Küppers
Lokalredaktion Kiel/SH

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Es mag vielleicht (noch) kein Sieg auf ganzer Linie sein, aber eines macht der Stadtmarken-Monitor erfreulich deutlich: Kiel kann oben mithalten in der Gunst der Deutschen. In fast allen bundesweit abgefragten Kategorien von Sympathie, Sauberkeit, Sicherheit oder Lebensqualität lag die Stadt mehr oder minder deutlich über dem Durchschnitt. Manchmal sogar vor Berlin oder Düsseldorf. Die Studie lässt aber auch den Schluss zu: Da ist noch Luft nach oben.

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