10 ° / 9 ° Regenschauer

Navigation:
Gift des Coop-Erpressers war Insektenmittel

Landespolizei Gift des Coop-Erpressers war Insektenmittel

Der mutmaßliche Erpresser, der an einer Kieler Schule vergiftete Marzipanherzen ausgelegt hat, hat nach Angaben der Ermittler ein Insektenmittel benutzt. Der Stoff wirke gegen Insekten, sei beim Menschen aber nicht tödlich, sagte ein Polizeisprecher am Montag in Kiel auf einer Pressekonferenz.

Voriger Artikel
Die „Seekuh“ wird in Kiel getauft
Nächster Artikel
Was bleibt von der Olympia-Planung?

Nahmen bei einer Pressekonferenz Stellung zur Festnahme (v.l.n.r.): Joachim Gutt (stellvertretender Landespolizeidirektor), Michael Bimler (Staatsanwaltschaft Kiel) und Rolfpeter Ott (Kriminalpolizei Kiel).

Quelle: Ulf Dahl

Kiel. Der 38 Jahre alte mutmaßliche Täter war am frühen Morgen festgenommen worden. Er soll nach Angaben der Staatsanwaltschaft an diesem Dienstag dem Haftrichter vorgeführt werden. Offen sei noch, ob Haftbefehl beantragt werde oder die Unterbringung in der Psychiatrie. Es liefen Untersuchungen, ob der Mann psychisch krank sei. Die Polizei ist sicher, dass es sich um einen Alleintäter handelt. Er ist deutscher Herkunft.

Gleichzeitig erklärten die Ermittler, dass sie über die Marzipanstücke auf die Spur des mutmaßlichen Täters gestoßen sind. Sie konnten rückverfolgen, in welchem Kieler Supermarkt die Süßigkeit gekauft wurde und den Gesuchten mit Hilfe von Videoaufnahmen identifizieren. Der 38-Jährige wurde seit Freitag observiert. Polizei und Staatsanwaltschaft gehen davon aus, dass es sich um einen Einzeltäter handelt.

SEK stürmte die Wohnung

Aktuell befindet sich der 38-Jährige im Polizeigewahrsam. Am Montagmorgen um vier Uhr hatte ein Sondereinsatzkommando der Polizei eine Erdgeschoss-Wohnung in der Innenstadt von Kiel gestürmt und den Mann festgenommen, wie LKA-Sprecherin Jana Maring vor Ort bestätigte. Der Mann wurde gegen 6.20 Uhr abgeführt und mit einen Streifenwagen zur Polizei gebracht.

Zeitlgeich zum Einsatz an der Fleethörn wurde am Montagmorgen eine Wohnung an der Kiellinie gestürmt – und zwar die der Eltern des mutmaßlichen Epressers. Das LKA bestätigte gegenüber den Kieler Nachrichten, dass die Durchsuchung im Zusammenhang mit dem Erpressungsfall stünde. Eine Festnahme habe es nicht gegeben.

Erpresser drohte mit weiteren Gift-Anschlägen

Der Erpresser hatte am Wochenende erneut mit Gift-Anschlägen gedroht und von Coop drei Millionen Euro in der Internetwährung Bitcoin verlangt.

Bitcoin

Bitcoin ist eine digitale Währung, die im Internet entstand. Sie ist seit 2009 im Umlauf. Bitcoins werden in komplizierten Rechen-Prozessen erzeugt, können aber auch im Internet mit etablierten Währungen wie Dollar oder Euro gekauft werden. Sie kommen vor allem bei Zahlungen im Internet zum Einsatz. Bitcoins sollen einen Zahlungsverkehr ermöglichen, der unabhängig von Regierungen und Banken funktioniert. Wegen geringer Kontrolle und großer Schwankungen sind Bitcoins umstritten. Als Urheber des Bitcoin-Konzepts gilt eine Figur namens Satoshi Nakamoto. Wer sich dahinter verbirgt, ist ungeklärt.

Gleichzeitig stellte der Marzipan-Erpresser am Wochenende erstmals einen Zusammenhang zu der geplanten Fusion zwischen Coop und dem Lebensmittelkonzern Rewe her.

Chronologie der Coop-Erpressung

Die Erpressung begann in der vergangenen Woche: In der Nacht zum Dienstag hatte die Reventlou-Schule in Kiel eine Mail mit dem Hinweis bekommen, dass auf dem Hof vergiftete Marzipan-Herzen ausgelegt worden seien. Sie waren mit einer Substanz versetzt, die gesundheitliche Beschwerden hätte auslösen können. Schwere Folgen oder gar Lebensgefahr schlossen Experten aber aus.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Kristian Blasel
Ressortleiter Lokalredaktion/Kiel

Kieler Förde

Schiffspositionen in
der Kieler Förde, dem
NOK und der Ostsee.

Sagen Sie es uns!

Vorschläge oder Kritik?
Schreiben Sie Frau
Marion N.-Neurode

Anzeige
Mehr zum Artikel
Zwei Durchsuchungen
Foto: Die Polizei stürmte in den frühen Morgenstunden die Wohnung des mutmaßlichen Coop-Erpressers.

Der mutmaßliche Marzipan-Erpresser, der drei Millionen Euro von Coop forderte, ist am Montagmorgen in seiner Wohnung festgenommen worden. Der 38-Jährige hatte nach Informationen der Kieler Nachrichten erneut mit Gift-Anschlägen gedroht. Zeitgleich gab es eine weitere Durchsuchung in Kiel.

mehr
Mehr aus Nachrichten aus Kiel 2/3