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Jugendtreffs stoßen an ihre Grenzen

Landesweites Aktionsbündnis Jugendtreffs stoßen an ihre Grenzen

„Das ist wie im Jugendtreff, Spiele und Kicker ziehen immer“, meint Hannes Graf. Zusammen mit vielen anderen Kolleginnen und Kollegen wirbt der 26-jährige Pädagoge bereits seit Sonnabend im CITTI-Park praxisnah für die zahlreichen Angebote der mehr als 30 Treffs im Stadtgebiet.

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André Hübner (rechts), Mitarbeiter des Pädiko-Jugendtreffs in Meimersdorf, liefert sich ein Kicker-Duell mit dem 17-jährigen Kevin Dohrmann, der Stammgast im Jugendtreff Hassee ist.

Quelle: Martin Geist

Kiel. Jedes Jahr macht das Netzwerk Offene Kinder- und Jugendarbeit in Schleswig-Holstein mit einer Aktionswoche darauf aufmerksam, was Einrichtungen, die der Nachwuchs absolut freiwillig besucht und die zugleich nach pädagogischen Kriterien arbeiten, so alles leisten. Integration der Stillen und der wie auch immer Anderen, Anlaufstelle bei großen und kleinen Sorgen, erste Schritte in politischer Teilnahme oder auch schlicht Hilfe bei alltäglichen Lästigkeiten wie Hausaufgaben, darum und um manches mehr geht es.

 Etwa um Kultur, wie zum Auftakt am Sonnabend trommelnde junge Leute des Kinderhauses „Blauer Elefant“ zeigten und ebenso Breakdancer des Jugendbüros Mettenhof, Sängerinnen des Treffpunkts für Mädchen und Frauen in Gaarden sowie die Tanzgruppe „Smilies“ mit Akteuren aus dem Jugendtreff Russee und anderen Einrichtungen.

 In der Aktionswoche steckt auch ein Stück Lobbyarbeit. Was nach wie vor nötig ist, findet Hannes Graf von der Arbeiterwohlfahrt (Awo). Obwohl es auf der einen Seite viel Wertschätzung gibt, müssen die Kinder- und Jugendarbeiter nach seinem Eindruck teils immer noch kämpfen, „um anerkannt zu werden für das, was sie machen“. Das, so weiß Martin Greve vom „Tümpel“ in Altenholz, kann besonders dann wichtig werden, wenn es mal wieder in den öffentlichen Haushalten klemmt und Ausstattung oder gar Existenz von Jugendtreffs in Frage gestellt werden. Es handelt sich nun mal um freiwillige Aufgaben, bei denen noch am ehesten der Rotstift angesetzt werden kann.

 Von der Sache her besteht dazu im Moment so gar kein Anlass, glaubt Timo Augustin vom Jugendtreff „De Twiel“ in Ellerbek. „Recht konstant“ sei der Zulauf, und das auf zahlenmäßig hohem Niveau. Eher zu hoch sind die Besucherzahlen sogar in Einrichtungen wie dem „Kick“ in der Räucherei. Mit dem vorhandenen Personal, so berichten die Mitarbeiter unisono, sei der Andrang bisweilen kaum zu bewältigen.

 Im Citti-Park präsentieren sich die Jugendtreffs von 15 Uhr an zum letzten Mal am heutigen Donnerstag. Die Palette der Vorführungen und Mitmachmöglichkeiten reicht von Boxen und Trommeln über Brettspiele bis hin zu einem Auftritt der orientalischen Kindertanzgruppe „Beppolitas“ aus Gaarden.

 Zum Abschluss der Aktionswoche treffen sich dann am Freitag, 10. Juni, in der Zeit von 17 bis 20 Uhr Beschäftigte der Kinder- und Jugendarbeit aus ganz Schleswig-Holstein in der Räucherei, Preetzer Straße 35, in Kiel-Gaarden. Hauptreferent ist der an der Universität Hamburg tätige Wissenschaftler Moritz Schwerthelm, der sich mit dem Beitrag der offenen Kinder- und Jugendarbeit zur politischen Bildung befassen wird. Plätze auch für andere Interessierte sind noch frei, Anmeldung per Mail an s.vonderah-roeber@awo-kiel.de

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