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Hohe Strafe für Drängler

Landgericht Kiel Hohe Strafe für Drängler

Für ein rabiates Überholmanöver, bei dem er ein Auto gefährlich abdrängte, muss ein 57-jähriger Berufsfahrer jetzt 6600 Euro Geldstrafe und einen Großteil der Verfahrenskosten zahlen. Das entschied das Kieler Landgericht am Mittwoch in einer Berufungsverhandlung.

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Für ein Überholmanöver, bei dem er ein Auto gefährlich abdrängte, muss ein 57-jähriger Berufsfahrer jetzt 6600 Euro Geldstrafe und einen Großteil der Verfahrenskosten zahlen.

Quelle: dpa

Kiel. Das Kieler Landgericht sah es am Mittwoch in einer Berufungsverhandlung als erwiesen an, dass der Fuhrunternehmer „zur Befriedigung von Rachegelüsten und zur Bestrafung“ mit seinem Lkw einen Autofahrer so stark bedrängte, dass dessen Wagen gegen den Bordstein prallte und vom Lkw-Aufleger touchiert wurde.

Der 38-jährige Fahrer war kurz zuvor beim Einbiegen in die Bundesstraße 76 in Kiel vor dem Lastwagen eingeschert. Dies wertete der Angeklagte laut Urteil als „persönlichen Angriff auf seine Berufskraftfahrerehre“. Er habe den Autofahrer maßregeln wollen.

Trotz der Geldstrafe wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr hatte der Angeklagte aber Glück. Das Kieler Amtsgericht hatte ihn für den Vorfall vom September 2013 noch zu einer Bewährungsstrafe von neun Monaten und einem Jahr Führerscheinentzug verurteilt. Das Landgericht ließ in der Berufungsverhandlung den Vorwurf der Unfallflucht fallen. Den Führerschein darf er behalten. Laut Sachverständigem hatte er den Unfall möglicherweise gar nicht bemerkt. Zudem ist der Mann nicht vorbestraft und ohne Einträge im Flensburger Verkehrsregister. Dem neuen Urteil war auf Anregung der Kammer eine Verständigung zwischen den Verfahrensbeteiligten vorausgegangen.

Am aggressiven Vorgehen des Angeklagten ließ das Gericht keine Zweifel. In diesem Punkt bestätigte es die Feststellungen der Vorinstanz. Demnach fuhr der Angeklagte zunächst laut hupend ganz dicht auf den Wagen des 38-Jährigen Zimmermanns auf, überholte ihn dann und zwang ihn mehrfach zum starken Abbremsen. Als der 38-Jährige wieder von der B 76 abfahren wollte, zog der Lkw-Fahrer seinen Muldenkipper ohne zu Blinken so stark nach rechts, dass der Autofahrer nur noch gegen den Kantstein ausweichen konnte. Dabei wurde sein Wagen auf der rechten Seite stark beschädigt: Der Spiegel flog weg, Radkappe und Türen wurden eingedellt, zudem gab es tiefe Kratzer. Der Angeklagte bestritt vor Gericht jede Schuld. Er wollte den Autofahrer für den Unfall verantwortlich machen.

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