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Abwrackung statt Instandsetzung

Landungsboot "Schlei" Abwrackung statt Instandsetzung

Auf der Werft Gebr. Friedrich hat eine Schiffsreparatur einen ungewöhnlichen Verlauf genommen: Die „Schlei“ wird an Ort und Stelle abgewrackt. „Die Befundung hat leider ergeben, dass eine Instandsetzung des Bootes nicht mehr vertretbar ist“, sagt Marinesprecher Fregattenkapitän Achim Winkler.

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Bei der Werft Gebr. Friedrich wird erstmals ein Landungsboot der Marine verschrottet. Die "Schlei" war eines der letzten deutschen Landungsboote.

Quelle: Frank Behling

Kiel - Friedrichsort. Die Marine hatte sich eigentlich ein anderes Ergebnis gewünscht, denn nun hat sie einen Engpass bei amphibischen Fahrzeugen. Von den 1965 bis 1967 in Hamburg bei den Howaldtswerken gebauten 22 Landungsbooten der „Barbe“-Klasse sind heute nur noch die „Lachs“ und „Schlei“ übrig. Angesichts der wachsenden Aufgaben für das Seebataillon und andere Spezialkräfte sind beide Boote eigentlich dauernd unterwegs. Sogar beim G20-Gipfel in Hamburg wurde eines der Boote angefordert.

Für die „Schlei“ kam trotzdem das Aus, denn an den Stahlplatten am Rumpf wurden erhebliche Schwachstellen ermittelt. Ähnlich wie bei der „Gorch Fock“ hätte auch bei der „Schlei“ ein Großteil der Außenhaut erneuert werden müssen. Doch die Kostenkalkulation dafür hätte den Wert eines Neubaus erreicht. „Deshalb fiel die Entscheidung, das Boot nicht wieder fahrbereit zu machen“, sagte Winkler. Da der 42 Meter lange Rumpf des Landungsbootes an mehreren Stellen für die Untersuchung geöffnet war, wurde kurzerhand entschieden, die Verschrottung gleich bei der Werft in Friedrichsort vornehmen zu lassen. Ebenfalls ein in der Marine bislang einzigartiger Vorgang. Die Schneidbrenner waren sogar schneller als die Marineverwaltung. Offiziell ist die „Schlei“ nämlich weiterhin Bestandteil der deutschen Flotte. Und zwar nicht nur im Online-Portal, sondern auch in der Flottenliste.

Es gibt nämlich keine Vorschrift, die besagt, dass ein zerlegtes Kriegsschiff nicht weiter Teil der Flotte sein kann. „Die feierliche Außerdienststellung erfolgt am 21. Oktober im Marinestützpunkt Eckernförde“, sagt Winkler. Die Besatzung hat aber bereits Abschied genommen und auch Teile der Ausrüstung, Wappen und Namensschilder gerettet.

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Ein Artikel von
Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

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