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Bunter Farbtupfer hat schon viele Fans

Lantziusstraße Bunter Farbtupfer hat schon viele Fans

Birgit Weber aus der Kieler Lantziusstraße hat sich einen Traum erfüllt und der Stadt einen echten Hingucker geschenkt. „Viele Jahre habe ich immer wieder gedacht: Ich würde ja so gerne“, sagt Birgit Weber. Dann fasste sie sich ein Herz. Jetzt sticht ihr Haus als bunter Farbtupfer aus den übrigen schmucken Reihenhäusern der Wohnstraße aus den 1930er-Jahren am Rand der westlichen Innenstadt hervor.

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Ein echter Hingucker: Über ihr buntes Haus in der Lantziusstraße freut sich Bewohnerin Birgit Weber (an der Tür) mit Tochter Junit sowie Freundin Hannah Freudenberg (v.l.) am Fenster.

Quelle: Ulf Dahl

Kiel. Seit einem Jahr erinnern Farben und Formen auf der Fassade ein wenig an den bekannten Stil des österreichischen Künstlers Friedensreich Hundertwasser. Immer wieder bleiben Autos und Radfahrer stehen. Unzählige Passanten haben das Gebäude mit den geschwungenen roten, grünen und pinkfarbenen Linien in den vergangenen Monaten fotografiert.

 Ständig wird Birgit Weber auf ihr buntes Haus angesprochen, in dem sie schon seit mehr als 20 Jahren lebt. Fremde Leute klingeln sogar an der Haustür, um sich bei der Hauseigentümerin zu bedanken, berichtet diese. Auch steckten mehrmals Zettel im Briefkasten. „Danke, dass sie unsere Welt mit ihrem Haus bereichern“, steht auf einem davon. Dass sie so viel positive Resonanz auf das Projekt bekommt, hätte Birgit Weber vor einem Jahr noch nicht gedacht.

 Im vergangenen August hatte die 49-jährige pädagogische Mitarbeiterin gemeinsam mit der befreundeten Raumgestalterin Silke Willing zu Farben und Pinseln gegriffen. Bevor die etwa einwöchige Arbeit auf dem Gerüst jedoch starten konnte, mussten Entwürfe her. „Etwa drei Stunden haben wir zusammen an der Gestaltung gearbeitet. Ich habe mich dabei sehr von Eindrücken aus einem einjährigen Aufenthalt in Neuseeland leiten lassen“, erinnert sich die freundliche Hauseigentümerin. So stellten die Kringel in der Mitte des Obergeschosses Farnblätter dar, die sich entrollen. Diese stehen bei den neuseeländischen Ureinwohnern, den Maori, für Entfaltung, Harmonie und Wachstum. Mit viel Liebe zum Detail entstanden zudem in einer Töpferei in Grabensee auch eigens gebrannte Fliesen in vielen Farben, die den Treppenaufgang des Hauses verzieren.

 „Anfangs wusste ich gar nicht, ob wir das mit dem bunten Haus überhaupt dürfen und habe bei der Stadt angefragt“, sagt Weber. Aus dem Bauamt kam jedoch grünes Licht. Es gebe „baurechtlich keine Rechtsgrundlage“, die Fassadengestaltung in diesem Bereich der Stadt einzuschränken, hieß es aus dem Rathaus. Und auch bei den Nachbarn habe die Bewohnerin bisher nur positive Rückmeldungen bekommen.

 „Es geht mir nicht darum zu zeigen: Guckt mal, hier bin ich. Es geht vielmehr darum, auch an grauen Novembertagen einen bunten Tupfer in die Stadt zu zaubern“, versichert Birgit Weber. Sie hat einen Tipp für alle, die ebenfalls mit dem Gedanken spielen, sich mit ihrem Haus abzuheben: „Nicht nachdenken. Mutig sein.“

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Ein Artikel von
Paul Wagner
Redaktion Lokales Kiel/SH

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