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Fegen, Blasen, Laden, Saugen und Rüsseln

Laub im Herbst Fegen, Blasen, Laden, Saugen und Rüsseln

Sein Gelb-Orange-Rot überschwemmt die Straßen: Das Herbstlaub zu beseitigen ist jedes Jahr wieder eine Herausforderung für die Männer des Abfallwirtschaftsbetriebs Kiel. Und die ist sogar mit ganz alltäglichen zu vergleichen.

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Dass die Fetzen fliegen: Mit vereinten Kräften geht das ABK-Team I gegen die Laubmassen vor.

Quelle: Sonja Paar

Kiel. Langsam weicht der Morgennebel den ersten Sonnenstrahlen und gibt einen herrlichen Blick auf die bunter Blätterpracht im Niemannsweg frei. Es leuchtet grün, gelb, und rot. Dann ein Windstoß – und schon scheint es, als würden die Bäume ihr Laub einfach achtlos zu Boden fallen lassen. Die Blätter tänzeln in der Luft.

Auf der Straße steht Heiko Heitmann, oranger Arbeitsanzug, Hände in den Hosentaschen und blinzelt in die Sonne. „Das ist erst der Anfang“, sagt er und ruft sein Team zusammen. Die Frühstückspause ist vorbei. Arthur Lauenburger, Thomas Busch, Ernst Hilbert, Heiko Heitmann, Deniz Igsen und Sven Fock schultern ihre Geräte und machen sich an die Arbeit. Sie sind das Team zwei des Abfallwirtschaftsbetriebes. Ihre Mission in diesen Tagen: die Beseitigung von Laub auf öffentlichen Flächen.

Der Herbst ist in vollem Gange samt goldener Blätter auf vielen Straßen. Für den Abfallwirtschaftsbetrieb Kiel beginnt somit der Kampf gegen das Blattlaub. Wir waren dabei.

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Thomas Busch und Arthur Lauenburger sind mit leisen Laubbläsern ausgerüstet. „Nur zusammenharken wäre natürlich besser, aber das schaffen wir bei der Laubmenge nicht“, erklärt Heitmann. Also treiben die beiden Männer mit den Maschinen die Blätter aus allen Ecken und Rillen am Wegesrand zusammen. Deniz Igsen und Ernst Hilbert erledigen mit groben Besen die Feinarbeit. Gelegentlich reißen sie das eine oder andere Wildkraut aus, das sich zwischen den Gehwegplatten bequem gemacht hat. Als letztes kommt Sven Fock mit seinem großen Wagen, einem überdimensionalen Laubsauger, um die Blätterberge aufzunehmen. Mit einem leichten Röcheln verschwindet die Masse in dem langen Schlauch.

Dann passiert das, was überschnelle Mütter auch von ihrer Hausarbeit kennen. Mit einem „Schlupp“ verschwindet ein Knäuel Blätter in dem Rüssel des Laubsaugers und steckt fest – wie im Haushalt ein Legosteinchen im Staubsauger. Es ist schon ein wenig befriedigend mit anzusehen, dass Männer mit großen Maschinen die gleichen Sorgen haben wie Mütter am Nachmittag. Gemeinsam rüttelt das Team am Rüssel, jeder hat einen Ratschlag, man klopft und schüttelt, bis sich der Laubpfropfen endlich löst. Dann geht’s weiter, die Straße hinunter.

Hoffen auf Einsicht bei den Bürgern

Seit sechs Uhr sind die Jungs unterwegs. Das Schönste an ihrem Job, sagen sie, sind die Arbeitszeiten, die gute Stimmung und die frische Luft. Sie müssen sich selten ärgern. Nur manchmal – wenn Autofahrer absichtlich durch die gerade zusammengetragenen Laubhaufen fahren oder die Leute das Laub von ihren Grundstücken schubkarrenweise einfach auf die frisch gefegte Straße kippen – dann werden sie schon mal sauer. Doch in diesem Jahr ist das noch nicht vorgekommen.

„Wir sind ja noch im Anfangsstadium, quasi Pflegestufe eins. Lassen Sie mal richtig Frost und einen ordentlichen Sturm kommen, dann geht’s bei uns erst richtig rund“, versichert Heiko Heitmann und wirbt um Einsicht bei den Bürgern: „Wir können nicht überall gleichzeitig sein, aber wir kommen auf jeden Fall vorbei“, verspricht er. Das gilt natürlich nicht nur für den Einsatzbereich Wik, Klausbrook und Suchsdorf, für den das Team zwei verantwortlich ist.

Wenn Ende November alle Blätter aufgelesen und kompostiert sind, gibt es sicher den ersten Schnee, der darauf wartet zusammengeschoben zu werden. „Aber das Laub ist uns allemal lieber als Eis und Schnee. Daran wollen wir noch nicht denken“, ruft Heitmann zum Abschied und lacht. Er muss weiter. Auch in der Pflegestufe eins der Laubarbeiten gibt es allerhand zu tun für sein Team.

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