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Hundebesitzer gucken in die Röhre

Schietbüdel-Automaten Hundebesitzer gucken in die Röhre

Ein Fehler des ABK sorgt im Moment für Aufregung in Kiel. Eine zu späte Bestellung sorgt für leere Schietbüdel-Automaten. Der Nachschub wird erst im März erwartet.

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Da kann „Chico“ suchen, wie er will: Die Schietbüdelautomaten – hier am Schrevenpark – sind leer. Hundebesitzer können sich im Fachhandel oder im Internet selbst mit Tüten eindecken.

Quelle: Thomas Eisenkrätzer

Kiel. Jeder Hundebesitzer kennt sie, die rechteckigen Metallkästen mit orangefarbenem Aufdruck des Abfallwirtschaftsbetriebs Kiel (ABK). 299 „Schietbüdel-Automaten“ gibt es im Kieler Stadtgebiet, gefüllt mit kleinen Plastiktüten, mit denen Herrchen und Frauchen die Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner auf Gehwegen, Wiesen und Plätzen entsorgen sollen. Nun sind sie leer. Kiels Hundekotbeutel-Vorrat ist erschöpft und bleibt es voraussichtlich bis März. Der Grund: Der ABK versäumte es im Sommer, rechtzeitig neue Tüten zu ordern. Erst im September ging die Bestellung raus. Zu spät, weil die Lieferzeit für die in Asien hergestellten Beutel nicht weniger als ein halbes Jahr beträgt. „Wir müssen uns bei den Hundebesitzern entschuldigen. Wir warten händeringend auf die Lieferung“, sagte ABK-Sprecher Rolf Eichholz.

 Die Schietbüdel-Automaten mit den kostenlosen Tüten, die mit Anleitung und Werbeaufdruck versehen sind, erfreuen sich bei Hundehaltern großer Beliebtheit. Das belegen die Absatzzahlen. Rund 300000 Beutel werden jeden Monat verbraucht, das macht einen Jahresverbrauch von 3,6 Millionen Beuteln in Kiel. Im Umland kommen noch einmal 900000 pro Jahr dazu. Jeder Hundebesitzer, der die Beutel nutze, nehme dem ABK ein Stück Arbeit ab, sagte Eichholz. Der Abfallwirtschaftsbetrieb investiert deshalb jedes Jahr 35000 Euro in die 4,5 Millionen orangefarbenen Beutel. Finanziert wird das System über die Straßenreinigungsgebühren.

 Die Schietbüdel-Automaten werden von so genannten Paten bestückt. Das sind insgesamt 201 Hundehalter, die vom ABK ein Kontingent Beutel bekommen und bei ihren Gassi-Spaziergängen bestimmte Spender im Blick haben und sie bei Bedarf auffüllen. Anhand der Rückmeldung der Paten entscheidet der ABK auch, an welchen Standorten die zu wenig frequentierten Automaten ab- und gegebenenfalls andernorts wieder aufgebaut werden.

 Inzwischen haben auch viele Paten keine Beutel mehr auf Lager – anders als vor zwei Jahren, als der ABK erstmals keine Tüten mehr liefern konnte. Damals war die Jahresration an Schietbüdeln früher aufgebraucht als geplant. Doch die Paten hatten noch ausreichend Nachschub zu Hause, um die Leere in den Spendern zu verhindern. „Aus diesen beiden Erfahrungen wollen wir lernen. In diesem Jahr versuchen wir, die Beutel frühzeitig zu bestellen und so einen Engpass im nächsten Jahr zu verhindern“, sagte Rolf Eichholz. Hundebesitzer, die selbst keinen Vorrat der städtischen Tüten mehr haben, können sich jedoch im Fachhandel oder im Internet selbst eindecken. Dort kosten 80 bis 150 Stück je nach Marke um die drei Euro.

 Immer wieder sorgen die Schietbüdel-Spender in Kiel für Diskussionsstoff. Als im Sommer 2014 sechs Automaten am Falckensteiner Strand aus Kostengründen abmontiert wurden, liefen die Hundebesitzer Sturm, bis der ABK nur vier Monate später zwei Spender wieder aufstellte.

 Doch nicht alle Herrchen und Frauchen gehen vorbildlich mit den Beuteln um. Einige werfen sie nicht wie vorgesehen in den nächstgelegenen Mülleimer, sondern ins Gebüsch, oder lassen die Plastiktüten gleich auf den Wegen liegen, was den Mitarbeitern des ABK zusätzliche Arbeit beschert.

 Der Abfallwirtschaftsbetrieb sucht indes weitere Paten für die Automaten. „Derzeit ist an 15 Standorten in Kiel die Patenschaft nicht gesichert“, sagt Rolf Eichholz. Interessierte Hundebesitzer können sich beim ABK melden.

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