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Nur eine Probe hatte eine erhöhte Belastung

Legionellen in der Stockholmstraße Nur eine Probe hatte eine erhöhte Belastung

Nachdem in einem Mehrfamilienhaus im Mettenhofer Bergenring stark erhöhte Legionellen-Werte festgestellt worden sind, sorgen sich weitere Bewohner des Viertels um ihre Gesundheit. Anwohner in der Stockholmstraße fürchten, dass sie ebenfalls betroffen sein könnten. Doch das Gesundheitsamt gibt Entwarnung.

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„Man kann es mit einem Apfel vergleichen, bei dem man auch immer mit Keimen rechnen muss“, sagte Dr. Angela Wencke vom Gesundheitsamt Kiel.

Quelle: Lutz Timm

Mettenhof. Es gebe keine flächendeckende Verunreinigung, in der betroffenen Siedlung sei lediglich eine Probe erhöht gewesen.

 „Wir haben am 16. August die Meldung erhalten, dass in der Stockholmstraße 33-45 eine von 15 untersuchten Proben den technischen Messwert überschritten hat“, sagte Martina Dunst, die als Technische Angestellte im Gesundheitsamt für den Bereich Trink- und Badewasser zuständig ist. Die Untersuchung habe einen Legionellen-Belastung von 200 KBE (kolonienbildende Einheiten) je 100 Milliliter ergeben, der Betreiber habe daraufhin sofort die Behörde verständigt und Maßnahmen zur Behebung eingeleitet. Der Wert sei lediglich knapp über dem strengen gesetzlichen Messwert und nicht mit einer Gesundheitsgefährdung verbunden, erläuterte Dunst. Bei den Untersuchungen im Bergenring waren vergangene Woche Werte von mehreren Tausend KBE und ein Spitzenwert von 34500 KBE/100ml festgestellt worden.

 „Das ist eine periphere Belastung, aber keine systemische“, betonte auch die Abteilungsleiterin für Infektionsschutz und Umwelthygiene im Gesundheitsamt, Dr. Angela Wencke. Eine direkte gesundheitliche Gefährdung sei daher nicht zu erwarten. „Die Höhe der Werte stehen nicht in einem berechenbaren Bezug zur gesundheitlichen Bewertung“, sagte Wencke. „Es ist wie bei der Blutdruckmessung. Es ist lediglich die Momentaufnahme eines komplexen Systems.“

 Ihr sei es wichtig, dass die Gesundheitsgefahr von der Bevölkerung richtig eingeschätzt wird. Und die sei gering – aber auch nicht auszuschließen. „Man kann es mit einem Apfel vergleichen, bei dem man auch immer mit Keimen rechnen muss.“ Nur das die Gefahr bei Trinkwasser erheblich geringer sei. „Trinkwasser ist eines der am besten überwachten Lebensmittel überhaupt“, betonte die Abteilungsleiterin.

 Dass sich die Legionellen verbreiten, könne gerade in der Ferienzeit und bei selten genutzten Wasserstellen schnell vorkommen. „Entscheidend für die Verbreitung sind die Temperatur und die Zeit“, sagte Wencke. Besonders in großen Systemen mit längeren Standzeiten und Temperaturen um 40 Grad könne es zu erhöhten Werten kommen. Auch eine defekte Wasserversorgung sei als Ursache möglich. „Das ist allerdings Sache des Eigentümers und nicht des Gesundheitsamts. Wenn der Eigentümer merkt, dass es zu negativen Benutzungsfolgen – etwa durch eine zu geringe Wassertemperatur – kommen könne, hat er dem nachzugehen“, betont sie und fügt hinzu: „Es ist eine Binsenweisheit für jeden Klempner, dass das Wasser regelmäßig heißer als 60 Grad sein muss. Ansonsten steigt das Risiko.“

 Ob sich die Vermieter der betroffenen Siedlungen im Bergenring und in der Stockholmstraße früher um die Instandsetzung der Trinkwasseranlagen hätten kümmern müssen, kann das Gesundheitsamt nicht bewerten, sagte Wencke.

 Die Situation im Bergenring hat sich indes entspannt. Der Anwohner Andreas Dowers ist nicht, wie zunächst befürchtet, von dem Bakterium befallen. Und ein Termin für den Austausch des Wärmetauschers steht inzwischen auch schon fest: Dieser erfolgt 29. und 30. August. Auch eine erneute Wasseruntersuchung wurde bereits beauftragt, bestätigte das Gesundheitsamt.

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