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Paris: „Ich hatte Angst um Nichte und Neffen“

Lehrerin aus Kiel Paris: „Ich hatte Angst um Nichte und Neffen“

Während Zehntausende Kieler Freitagnacht den Terror in Paris über die Medien verfolgten, war die 63-jährige Französin Jocelyne Streker-Fargette aus Kiel-Suchsdorf ständig in Telefonkontakt mit ihrer Schwester in Frankreich. Über Stunden war nicht klar, ob ihre Nichte und ihr Neffe in Paris in Sicherheit waren.

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Erleichtert: Jocelyne Streker-Fargette aus Kiel bekam erst in der Nacht Entwarnung.

Quelle: Michael Kaniecki

Kiel. Die beiden jungen Franzosen im Alter von 20 und 24 wollten an diesem Abend ins Bataclan, in die Konzerthalle also, in der die Geiselnahme stattfand und am Ende 89 Menschen getötet wurden. „Ich hatte Angst“, sagt sie. Erst nach Mitternacht bekam Jocelyne Streker-Fargette die Nachricht, dass es den beiden gut geht. „Sie waren doch nicht ins Konzert gegangen, weil es so voll war. Aber sie waren in dem Viertel unterwegs, in dem die Anschläge stattfanden.“ Es ist das 11. Arrondissement. Jocelyne Streker-Fargette, die als Lehrerin an einem Kieler Gymnasium arbeitet, ist selbst in diesem bunten Viertel in der ebenfalls von einem Anschlag betroffenen Rue de Charonne aufgewachsen. „Deswegen geht es mir so nah“, sagt sie.

Ein mulmiges Gefühl bleibt

Außerdem war ihre eigene Tochter, Annabelle Streker (34), am Freitagabend nach Paris gereist, um dort ihren Freund zu besuchen. Um 23.30 Uhr schrieb sie ihrer Mutter via WhatsApp: „Mama, mach Dir keine Sorgen, mir geht’s gut.“ Die Tochter hält sich noch immer in Paris auf, „allerdings ist sie bis jetzt noch nicht ins Zentrum gefahren“. Die Unsicherheit bleibt. Auch für Jocelyne Streker-Fargette selbst stellt sich nächste Woche die Frage, wie sie mit der möglichen Gefahr weiterer Anschläge umgeht. Sie wird am 26. November für eine Lehrertagung nach Paris reisen und fragt sich, ob die offiziell geplante Dinnerfahrt auf der Seine wohl stattfinden wird. „Ich verlasse mich auf die Einschätzung der Regierungen“, sagt sie, obwohl ihr „schon mulmig ist“. Ein privates Treffen mit ihrer Schwester und ihrer Tochter in Paris auf dem Champs-Élysées wollen die drei Frauen aus Vorsicht aber lieber in das Haus der Schwester außerhalb von Paris verlegen.

Auch für Kiel gibt es Überlegungen: Die Deutsch-Französische Gesellschaft, deren stellvertretende Vorsitzende Streker-Fargette ist, plant zusammen mit der Stadt eine Vortragsveranstaltung zum Thema Toleranz und Terrorismus.

Hier haben die Anschläge Paris getroffen

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